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[-] JensSpahnpasta@feddit.org 36 points 3 days ago

Die Cannabis-Legalisierung war extrem wichtig - Millionen Kiffer wurden aus der Illegalität geholt. Die Justiz wurde (trotz wildem Geschreie bei der Einführung über die Prüfung diverser Altfälle) extrem entlastet, da jetzt nicht mehr jeder Typ, bei dem ein paar Gramm gefunden wurden, bearbeitet werden muss. Das gilt auch für die Polizei. Die beschwert sich ja gerne über die Arbeitsbelastung und dann macht es auch total Sinn, dass man zehntausende Fälle jährlich durch die Legalisierung einfach streicht.

Was nicht funktioniert, sind andere Bereiche des Gesetzes: Gerade dass einzelne Bundesländer und Kommunen entgegen dem erklärten Willen des Gesetzgebers durch Auflagen, Spielplatzbau und sonstigen Quatsch bislang flächendeckend die Social Clubs verhindert haben, ist ein Skandal. Und dass Bayern jetzt wieder Millionen Menschen kriminalisieren will, ist ein weiterer riesiger Skandal.

[-] sockenklaus@sh.itjust.works 6 points 3 days ago* (last edited 3 days ago)

Die Justiz wurde (trotz wildem Geschreie bei der Einführung über die Prüfung diverser Altfälle) extrem entlastet, da jetzt nicht mehr jeder Typ, bei dem ein paar Gramm gefunden wurden, bearbeitet werden muss. Das gilt auch für die Polizei.

Das stimmt leider nicht ganz. Es ist wahr, dass die Teillegalisierung die größte Entkriminalisierung der BRD darstellt, aber zumindest die Polizei gibt an, dadurch bisher keine nennenswerte Entlastung erfahren zu haben bzw. teilweise sogar Mehrarbeit. Das wurde "letztens" im ersten Zwischenbericht der EKOCAN bekannt gegeben: Die Forscher vermuten, dass die Mehrarbeit bei der Polizei in vor allem damit zusammen hängt, dass die neuen Vorschriften erlernt werden müssen und da noch viel Handlungsunsicherheit besteht.

[-] JensSpahnpasta@feddit.org 14 points 3 days ago* (last edited 3 days ago)

Ich hab mir die Studie angeschaut, weil mich die Aussage hart irritiert hat: So kompliziert ist das Cannabisgesetz im Detail dann auch nicht. Du darfst eine bestimmte Grammzahl besitzen. Das ist sehr eindeutig. Da sollte eine Fortbildung auch schnell vorbei sein. Die Details für Privatanbau oder gar Cannabisclubs dürften für die meisten Streifenbeamten auch herzlich egal sein, das sind ja Fragen für spezialisierte Beamte. Und siehe da:

Die Studie macht "nur" eine Umfrage gefühlter Arbeitsbelastung, untersucht aber nicht die tatsächliche. Und sie sagt halt auch nur aus, dass die Polizei halt ihre bisherige Praxis umstellen muss und dass das Arbeit verursacht. Dann wird auch noch drauf hingewiesen, dass das Potential da ist. Es wäre ja auch total irritierend, wenn es anders wäre. Die Polizei hat ja pro Jahr zigtausende Strafverfahren wegen Cannabisbesitz durchgeführt und selbst wenn die alle hoch effizient abgewickelt worden wären, wäre es hart merkwürdig, wenn dort keine Arbeit entfallen würde.

[-] Kornblumenratte@feddit.org 1 points 1 day ago

Wenn Cannabis nach wie vor grundsätzlich illegal ist, außer wenn es es nicht ist, müssen die Beamte (abhängig von der Landespolitik) immer noch jeden Cannabisfall prüfen - ich verstehe daher nicht, warum dieses bescheuerte Gesetz zu einer Arbeitserleichterung führen sollte.

[-] JensSpahnpasta@feddit.org 1 points 1 day ago

Die Prüfung ist halt einfacher? Du kannst ja problemlos eine gefundene Menge Cannabis wiegen, ob sie unter dem Grenzwert ist oder die Pflanzen in einer Wohnung durchzählen

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[-] bungalowtill@lemmy.dbzer0.com 7 points 3 days ago

Ja, ok, hatte man halt vergessen dass die Jungs immer bisschen länger brauchen fürs Lernen

[-] sockenklaus@sh.itjust.works 2 points 3 days ago

Klar, ist aber trotzdem eine wichtige und relevante Erkenntnis: Wenn wir für die Akzeptanz des Gesetzes werben möchten, müssen wir anerkennen, dass es für eine Personengruppe, die damit ständig hantieren muss, im Moment noch keine Vorteile bringt.

[-] bungalowtill@lemmy.dbzer0.com 4 points 3 days ago

War aber auch nicht das Ziel des Gesetzes, Polizisten Vorteile zu verschaffen.

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[-] nicerdicer@feddit.org 4 points 2 days ago

...dass die Mehrarbeit bei der Polizei in vor allem damit zusammen hängt, dass die neuen Vorschriften erlernt werden müssen...

Das ist aber in jedem Beruf so. Auch ich muss in meinem Beruf stets die aktuellen Vorschriften kennen und umsetzen, wie z.B. die aktuellen anerkannten Regeln der Technik, aktuell gültige DIN-Normen beachten und umsetzten sowie aktuell gültige (und neue) Gesetze und Verordnungen beachten.

Gerade der bayrischen Polizei scheint dieses Gesetz jedoch ein Dorn im Auge, da mit der Entkriminalisierung von Cannabis der "Door-Opener" wegfällt, mit dem es zuvor möglich war, Leute überhaupt kontrollieren zu können (hier riechts nach Gras - machen Sie mal Ihren Rucksack auf!). Der Anlass zur Kontrolle ist somit weggefallen, und eine anlasslose Kontrolle ist nicht zulässig. Sollte jemand ohne besonderen Anlass kontrolliert werden, kann er danach zumindest formal eine Beschwerde einreichen - das sorgt dann für einen höheren Bürokratieaufwand.

[-] sockenklaus@sh.itjust.works 3 points 2 days ago

Das ist aber in jedem Beruf so.

Klar und daher werden in jedem™ Beruf Veränderungen erstmal kritisch beäugt, denn sie könnten Mehrarbeit mit sich bringen.

Gerade der bayrischen Polizei scheint dieses Gesetz jedoch ein Dorn im Auge

Ich bekomme von der bayrischen Polizei nicht so viel mit. Ist es denn wirklich die Polizei, die gegen das KCanG schießt? Ich bekomme das immer nur von der CSU mit.

da mit der Entkriminalisierung von Cannabis der "Door-Opener" wegfällt, mit dem es zuvor möglich war, Leute überhaupt kontrollieren zu können (hier riechts nach Gras - machen Sie mal Ihren Rucksack auf!).

Naja, sie können doch immernoch "anlasslos" kontrollieren, wenn jemand die falsche Hautfarbe hat, die sollen sich mal nicht so anstellen. /s

[-] nicerdicer@feddit.org 1 points 2 days ago

Ist es denn wirklich die Polizei, die gegen das KCanG schießt?

Nein, die Initiative geht wohl kaum von der Polizei aus, jedoch setzt diese eben um, was politisch beschlossen wird/wurde. Wäre zum Beispiel das Tragen einer Zifpelmütze ab jetzt Pflicht (weil politisch so beschlossen), würde die Polizei die Einhaltung dieser Pflicht kontrollieren und entsprechend sanktionieren. Allerdings glaube ich, dass es einige Polizisten gibt, die voll auf der Linie, die politisch gefahren wird, sind - genauso, wie es bestimmt welche gibt, die diese Maßnahmen kritisch sehen, aber dennoch im Sinne der Gesetzgebung handeln müssen.

Naja, sie können doch immernoch “anlasslos” kontrollieren

Das stimmt, und sie werden dies auch tun. Nur ist es so, dass eben ein Anlass geschaffen werden muss, so weit hergeholt er auch erscheint. Hier riechts nach Gras ist ein Anlass, der auf dem Silbertablett serviert daherkommt. Nun muss der Polizist einen neuen Anlass (er)finden (Zwei Straßen weiter ist eingebrochen worden, und ein Zeuge hat jemanden gesehen, der genau so aussieht wie Sie!)

[-] Samsy@lemmy.ml 41 points 3 days ago

War abzusehen. Bayern möchte keine Konkurrenz zur eigenen legalen Lieblingsdroge: Alkohol!

Warum friedliche Kiffer, wenn man besoffene Hools haben kann. Denkt doch mal an die armen Polizisten, die werden doch Arbeitslos.

[-] Wrdlbrmpfd@feddit.org 9 points 3 days ago

Najo... Kiffen macht mitunter paranoid und damit gar nicht so friedlich. Das muss man jetzt auch nicht unbedingt verharmlosen. Außerdem nehmen viele auch beides gleichzeitig. Aber es gibt trotzdem keinen Grund warum man es verbieten sollte während Alkohol erlaubt ist.

[-] Samsy@lemmy.ml 7 points 3 days ago

Ja es gibt einen kleinen Prozentteil in der Bevölkerung die vom Kiffen Psychosen bekommen.

Aber seien wir mal ehrlich, die gab es auch vor der Legalisierung schon. Diese Gruppe ist nicht größer geworden.

Der einfache Fakt das Kiffen letargisch und lustig macht und Alkohol aggressiv reicht doch schon aus.

[-] Wrdlbrmpfd@feddit.org 2 points 1 day ago* (last edited 1 day ago)

Aber wer sagt dass die Leute entweder nur das eine oder nur das andere konsumieren? Ich habe einmal mit einem Rettungsfahrer gesprochen, der hat gemeint die größeren Probleme haben sie mit Leuten die beides im Übermaß konsumiert haben. Vom einen paranoid vom anderen aggressiv - und das ist dann die super Kombi.

Edit: So klein ist glaube ich der Anteil derjenigen die paranoide Anzeichen entwickeln nicht unbedingt wenn ich mich bei Freunden umschaue. Aber es kann natürlich gut sein, dass das Kiffen bereits vorhandene Neigungen verstärkt.

Wie auch immer, ich bin klar für die Legalisierung.

[-] Rbnsft@lemmy.world 3 points 2 days ago

Prozentual wird Alkohol mehr Schäden machen.. Heißt wenn sie jetzt wirklich kanabis verbieten wollen könnte jemand auf die Idee zu kommen zu sagen Naja dann müssen wir auch Alkohol verbieten. Könnte also witzig sein wenn die CDU schuld wäre wenn Alkohol verboten wird

[-] Wrdlbrmpfd@feddit.org 1 points 1 day ago

Da wäre natürlich spannend, welche Begründung sie vorschieben. Bzw. welche "Argumente" haben sie denn bisher vorgebracht?

[-] bier 32 points 3 days ago

Alternativ Titel: Bayern will geltendes Recht brechen.

[-] ComfortableRaspberry@feddit.org 18 points 3 days ago

Also alles wie üblich

[-] ardorhb@discuss.tchncs.de 6 points 3 days ago

Das les ich da jetzt nicht raus. Es geht um geforderte Gesetzesänderungen der CSU. Auch wenn die Forderung Quatsch ist, seh ich hier keinen Rechtsbruch.

Anders sieht es natürlich etwa beim gewollten Verschleppung der Clubs etc. aus.

[-] Matombo@feddit.org 7 points 2 days ago

Die gehn bei der noch viel verbreiterteren und viel gefährlicheren droge alkohol doch dann bestumnt genauso streng um?

[-] Chais@sh.itjust.works 2 points 1 day ago

Geh, bitte. Funktionaler Alkoholismus gehört in Bayern zum guten Ton.

[-] Matombo@feddit.org 1 points 1 day ago
[-] Chais@sh.itjust.works 1 points 1 day ago

Das ist kein funktionaler Alkoholismus mehr 😉

[-] Matombo@feddit.org 1 points 1 day ago

plot twist: das "funktional" ist immer zeitbegrenzt

[-] Chais@sh.itjust.works 1 points 1 day ago

Hätte jetzt gesagt ist Übungssache; wenn du im Krankenhaus von Leuten mit 4,0‰ Blutalkohol ohne Ausfallerscheinungen hörst.

[-] Matombo@feddit.org 1 points 2 hours ago

du mein vater ist so ein "funktionaler" alkoholiker, aber irgendwann sagt der körper halt doch nein

er hatte glück das er defacto beamter war sonst wär er schon lang vor der rente arbeitslos geworden weil er halt auch alkoholbedingt auf arbeit zusammengebrochen ist und co

[-] brainwashed@feddit.org 20 points 3 days ago

Der Grundfehler war, nicht direkt den Verkauf zu legalisieren und damit ein paar Steuereinnahmen zu generieren.

[-] toe@feddit.org 5 points 3 days ago

Bin,der gleichen Ansicht, jedoch mit Einschränkungen Regulierter legaler Verkauf. Jedoch Konsumeinschränkungen für Canavis, Alkohol, Verdampfer und die Verbrenner unter den Tabakwaren. Konsum auf Strassen komplett einschränken und auf private Räume oder dafür vorgesehene öffentliche Veranstaltungen beschränken. Was meint, Konsum auf dem Bierfest oder in privaten Räumen mit Verantwortlichen ist ok. Ausserhalb dieser z.B. auf Strasse ist nicht ok.

[-] brainwashed@feddit.org 5 points 3 days ago

Da wir in den größeren Städten defacto offenen, nahezu straffreien Konsum deutlich härterer Drogen haben, sehe ich nicht, welche Armee von Cops dashier mit welcher Begründung durchsetzen soll.

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[-] Cliff@feddit.org 16 points 3 days ago

„Dieser Fehler muss 2026 korrigiert werden“: Bayern

So ergibt es Sinn

[-] DmMacniel@feddit.org 14 points 3 days ago

Bayern soll einfach aus dem Bund austreten. Oberfranken und Unterfranken können gern bleiben wenn sie wollen.

[-] D_a_X@feddit.org 3 points 3 days ago

Man muss dem lieben Gott für alles danken, auch für Ober- und Unterfranken …

[-] aaaaaaaaargh@feddit.org 7 points 2 days ago

Dann könnt ihr gleich euren Microsoft-Fetischismus auch wieder mit kippen, aber lass mich raten, Bayern...

[-] Gudl@feddit.org 6 points 3 days ago

Fick Bayern,die sollen bierbrauen und schnauzehalten!

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[-] pantherina@feddit.org 2 points 2 days ago

Bayrisch-Deutsche Weißwurstmauer? Die Franken können das gerne nutzen, um sich für den normalen Teil zu entscheiden

this post was submitted on 01 Jan 2026
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