Ich hab Mich kriegt ihr nicht von Pascale Maret gelesen. Hab in der onLeihe nach "abhauen" gesucht, weil mir irgendwie gerade danach war. Hätte nicht erwartet ein so spannendes Buch zu finden.
Fahrenheit 451 von Ray Bradbury stand schon lange auf meiner Liste. Jetzt habe ich es endlich gelesen. Allerdings hatte ich vielleicht zu hohe Erwartungen, denn am Ende war ich enttäuscht.
Zunächst das Positive: Bradbury war in Bezug auf die technologische Entwicklung der Unterhaltungsmedien durchaus prophetisch. TikTok hätte ihn sicher umgehauen. Was er jedoch nicht voraussehen konnte, ist, dass das Internet und Social Media uns zu aktiven Teilnehmern machen, die eher überfordert als eingeschläfert werden. War aber auch schwer zu sehen damals. Auch finde ich seine Sprache toll, die voller schöner Metaphern und poetischer Beschreibungen ist.
Nun zur Kritik: Bradbury kommt mir in seiner Haltung extrem konservativ vor, ein alter Mann, der Angst vor der neuen Technik hat. Er erkennt nicht, dass auch das Fernsehen oder Audiomedien tiefgründige Botschaften transportieren können. Die Bücher, die er als Schatz des Wissens hochstilisiert, sind allesamt Klassiker weißer Männer aus der Vergangenheit, die zu seiner Zeit alles andere als radikal waren. Besonders befremdlich ist für mich sein Fokus auf die Bibel als Quelle transformativen Wissens. Frauen sind hier Zombies, die sich den ganzen Tag beschallen lassen, oder naiv fragende Kinder. Auch die Darstellung der Bevölkerung, die nicht liest, als unmündige Schafe, die am Ende wegen ihrer Blindheit im nuklearen Holocaust untergehen, und denen der Protagonist und seine Harvard-Jungs-Truppe keine Träne nachweinen, offenbart eine zutiefst elitäre Sichtweise auf das Thema. Ein Klassenbewusstsein oder eine strukturelle Analyse der Machtverhältnisse und Mechanismen, die sie versklaven, sind nicht vorhanden. Stattdessen sind sie selbst schuld an ihrer Ausbeutung, da sie ja nicht mehr lesen oder denken wollten. Ihr Tod wird nicht als schreckliches Verbrechen, sondern als Neuanfang gesehen, der ein neues, von den erleuchteten Lesern geprägtes Zeitalter des Wissens einleitet.
Auf mich hat der Roman auch sehr angestaubt gewirkt. Interessanterweise ist er nach Schöne neue Welt und 1984 erschienen.
Fahrenheit 451: 1953
Schöne neue Welt: 1932
1984: 1949
Ich dachte immer, es läge an der deutschen Übersetzung.
Ich habe es auf Englisch gelesen, daran kann es also in meinem Fall nicht gelegen haben…
Danke für die Einordnung. Ich habe auch noch vor dieses Buch zu lesen, da man ja doch immer wieder Referenzen hört und dieses Buch auch eine ordentliche Reichweite hat. Da ist es gut, wenn die Erwartungshaltung etwas niedriger gepackt wird, denn all deine Kritikpunkte werden mir vermutlich auch sauer aufstoßen.
Ich kann trotzdem empfehlen es zu lesen, sind schon auch gute Seiten daran. Die Entfremdung die der Hauptcharacter fühlt ist zB sehr gut beschrieben.
Gegen einige meiner Kritiken sind im Text auch Argumente eingebaut, aber meistens leider nicht konsequent genug umgesetzt. Eine Figur sagt z.B. mal irgendwann, dass nicht nur Bücher die Funktion von Wissensvermittlung und Denkanstößen liefern können, sondern auch andere Medien. Das ist aber halt ein Satz, in einem Buch was sonst alles tut um das Gegenteil zu behaupten. Genauso sagen die Harvard-Brüder, dass sie als Individuum nicht wichtig oder besonders sind, aber sie sind gleichzeitig davon überzeugt dass sie der Menschheit die Flamme des Wissens zurückgeben können, als wären sie lauter kleine Prometheuse.
Ich hab Star Trek: Starfleet Academy gesehen und bin noch unschlüssig, was ich davon halte. Anfangs war ich sehr enttäuscht, weil es mir sehr von militärischem Drill geprägt zu sein schien, dazu muskelbepackte Hauptdarsteller etc. Dazu dann noch ein eher zerbrechlich wirkendes weibliches Gegenüber (the Betazoid Tarima). Dazu dann noch das "Discovery-Zeitalter" mit allgemeiner Düsternis. Vor allem aber fand ich es störend, wieviel Einfluss auf das Universum die Kiddies haben:
Spoiler
- Folge 1: sie retten gleich das ganze Schiff
- Folge 2: sie sorgen dafür, dass Betazed (und andere) wieder der Föderation beitreten (und der Hauptsitz der Föderation dorthin verlegt wird)
- Folge 4: sie verschaffen den Klingonen einen neuen Heimatplaneten
- Folge 7: einer von ihnen wird Herrscher von Khionia, dankt am Ende aber ab
- Folge 10: sie retten die gesamte Föderation
Das fände ich schon zu viel, wenn es sich um eine erfahrene Crew auf dem Flagschiff handeln würde. Bei dem Setting hatte ich mir eher Geschichten erhofft, in denen es z.B. darum geht, wie es ist, großen Ereignissen ausgeliefert zu sein. Oder um Alltag im Star Trek-Universum. Oder irgendwas anderes - jedenfalls nicht, ganze Planetensysteme in Serie zu retten.
Dass so viele Charaktere aus alten Serien auftauchen finde ich auch eher störend - als hätte man nicht genug Vertrauen in den eigenen Cast und die eigenen Geschichten:
Spoiler - Charaktere
(Tilly, Dax, the Doctor, Reno, Jake Sisko - hab vielleicht noch welche vergessen)
Gleichzeitig macht es einfach Spaß, Holly Hunter zuzugucken. Ich finde die unkonventionelle, im Alltag betont entspannte Herangehensweise erfrischend und zur Figur passend. Mit der Zeit habe ich auch meine Erwartungen angepasst und konnte z.B. den Fokus auf die psychischen Entwicklungen der Figuren besser genießen. Und sogar mit den Discovery-Zeitalter konnte ich mich versöhnen, weil es darum geht, aus den dunklen Zeiten herauszukommen und was Positives aufzubauen - und wie schwer das sein kann.
Ich habe Demon Slayer geschaut und fand den Anime richtig gut. Irgendwie hatte ich bisher nicht so Lust drauf, weil ich nicht so der Fan von Filmen/Serien bin, in denen nur gekämpft wird und alles schlimm ist. Aber bei Demon Slayer gibt es eine voll gute Mischung aus Kampf und Hintergrundstories. Zudem gibt es immer wieser lustige und cozy Szenen, die dem Ganzen die Schwere nehmen. Ok, aber ich gebe zu, dass mich manche Kämpfe schon mitgenommen haben. Die Charaktere und deren Entwicklung finde ich übrigens auch richtig gut.
Ich freue mich schon darauf, wenn der nächste Film im Kino kommt. Darf man nur nicht verpassen wie z.B. Prinzessin Mononoke, der nur einmal und auch noch unter der Woche im hiesigen Kino lief. (Warum?? Es gibt doch super viele Leute, die den schauen wollen?! Kann mir das einer erklären? Und dann jammern, dass die Leute nicht ins Kino gehen.)
Darf man nur nicht verpassen wie z.B. Prinzessin Mononoke,
Verdammt, stimmt ja, da war was. Naja. Dann muss wohl doch wieder die Augenklappe raus geholt werden.
Wir waren gestern mit zwei Freunden auf einem Konzert von Project Pitchfork. Die gibt es schon seit gut 36 Jahren. Ich habe sie mehrfach live gesehen und die gestrige Show war wohl mein bisher schönstes und entspanntestes Erlebnis. Das Konzert war gut besucht, aber auch nicht überfüllt. Im ganzen Saal gab es eigentlich überall noch Platz für vier weitere Personen, man konnte gemütlich von A nach B gehen. Musikalisch ein Hochgenuss und auch optisch ein echter Hingucker. Kann ich nur weiter empfehlen.
Ich habe Strange Antiquities durch gespielt. Als Nachfolger von Strange Horticulture ist es das gleiche Prinzip aber magische Gegenstände statt Pflanzen. Man bekommt also Gegenstände und muss heraus finden, was für eine magische Kraft in ihm innewohnt anhand von Hinweisen zu den Materialien, Symbolen oder wie es sich anfühlt. Und dann kommen Kunden vorbei und brauchen Hilfe bei einem Problem, welches durch einen dieser Gegenstände gelöst werden kann.
Mir hat es wieder sehr viel Spaß gemacht, auch wenn ein spezielles Rätsel mir etwas zu doof war, aber das ist ja immer Geschmackssache. Wie schon beim Vorgänger auch wünsche ich mir aber eigentlich noch mehr machen zu können. Noch mehr selbst auf Abenteuer gehen zu können und die Gegenstände einsetzen zu können ohne darauf hingewiesen zu werden. Aber das ist ja im Prinzip ein Luxusproblem und zeigt, das mir das Spiel und dessen Welt schon gut gefallen hat. Und eine Katze zum streicheln gibt es natürlich auch!
Klingt sehr cool. Habe ich direkt mal gewunschlistet. Ist ja sogar im Angebot gerade.
Kann mich dem nur anschließen. Fand beide Spiele sehr unterhaltsam und entspannend auch wenn ein bisschen mehr drin sein dürfte.
Das Lovecraft Flair passt auch sehr gut
Ja, ich habe irgendwo den Begriff Cozy Horror gelesen und es trifft es irgendwo ganz gut.
Ich zocken gerade zum ersten mal Gothic 2 mit Addon durch. Habe bisher nur Gothic 1 durchgespielt, Gothic 2 kam mir bisher immer etwas zu schwer vor. Mit etwas Strategielesen im Internet geht das dann aber auch ganz gut und macht richtig Spaß.
Habe jetzt das erste Kapitel fast abgeschlossen, und so ziemlich alle Nebenquests durch. Ich könnte jetzt jeder Gilde beitreten, aber habe mich für die Feuermagier entschieden. Ich will nicht duper viel in Mana stecken, aber trotzdem die Möglichkeit haben, etwas Runenmagie zu wirken. Hauptsächlich gehe ich aber erstmal auf Einhänder.
Bevor ich ins Kloster gehe, will ich aber noch den schwarzen Troll besiegen. Ich glaube ich habe mir dafür schon die richtige Spruchrolle gekauft, dann sollte das ganz gut gehen. Habe mir die Sonnenaloe schon genommen, also notwendig ist es nicht, ich will es aber probieren.
Ach und bei den Gegnern in dem Spiel ist es ja mal richtig lustig, wie unterschiedlich die Schwierigkeitsgrade sind aufgrund der KI. Niedere Skelette die eigentlich bei meinem Level 11 und nur mit Lederrüstung 20 Schläge oder so brauchen, und mich mit 2-3 Umhauen gehen problemlos weg wenn man die richtige Angriffs-/Blockfolge stumpf wiederholt. Goblinskelette, die weniger Schaden machen aber das selbe Level haben sind richtig schwer, weil man die nicht blocken kann. Und normale Skelette kriege ich aufgrund der besseren KI nicht hin, weil die manchmal überraschend öfter zuhauen.
Was an dem Spiel richtig gut ist, ist dass es kein Gut und Böse bei den drei Gilden gibt. Die Paladine kämpfen zwar für Ordnung, aber nehmen die Stadt für den Krieg des Königs auch ziemlich aus. Die Banditen sind quasi eine Rebellion dagegen, aber unterdrücken die kleinen Bauern mir Gewalt. Und das Kloster ist halt ne religiöse Gemeinschaft, die zwar Macht hätte, aber auch niemandem damit hilft. Im Endeffekt arbeiten die alle nur für sich selbst. Nur der Ring des Wassers ist bemüht, die Welt in Ordnung zu halten. Aber arbeitet da auf so einer hohen Ebene, dass es gegen die ganzen kleineren Ungerechtigkeiten in der Welt auch nicht hilft.
Ich finde die Welt unglaublich immersiv und glaubwürdig.
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