1
5
submitted 11 hours ago by D_a_X@feddit.org to c/verkehrswende@feddit.org
2
47
3
38
4
15
5
5
6
26
submitted 4 days ago* (last edited 3 days ago) by HaraldvonBlauzahn@feddit.org to c/verkehrswende@feddit.org

Interessanter Aspekt zur Anbindung des ländlichen Raums.

Oft wird gesagt, dass "auf den Land" die Entfernungen einfach zu groß sind, um ohne Auto auszukommen. Wie die Statistik zeigt, sind die nächsten Zentren jedoch für 97% der Bevölkerung gut zu erreichen.

In Wirklichkeit gibt es zwei Probleme, die ineinander verschränkt sind:

  1. Die Bevölkerung im ländlichen Raum hat sich zu grossen Teilen mit einem eigentlich suburbanen Lebensstil eingerichtet, bei dem aufgrund der Bequemlichkeit des Autos täglich sehr große Entfernungen zwischen Städten und Wohnorten zurück gelegt werden, im Stil eines "American Way of Life". Der ist aber nicht nachhaltig und nur mit massiven öffentlichen Ausgaben für Strasseninfrsstruktur finanzierbar - siehe A100 in Berlin.
  2. Als Folge davon ist der öffentliche Nahverkehr und Regionalverkehr völlig unterentwickelt, so dass auch notwendige tägliche Wege im Nahraum nicht mehr zeiteffizient bewältigt werden können.

Man wird nicht eines dieser Probleme lösen können, ohne das andere zu beackern. Das ist ganz so wie in der Medizin, wenn ein Krankheitsbild sich in einem Syndrom äußert, in dem sich mehrere Probleme in Teufelskreisen gegenseitig verstärken: Wenn jemand unter Bewegungsmangel, Übergewicht, Kreislaufproblemen und Diabetes leidet, ist der effektive Weg, alle einzelnen Teilprobleme jeweils ursächlich zu bekämpfen, um auch die Teufelskreise zu stoppen. Der Patient kann also nicht sagen: "Ach was, solang ich Übergewicht hab, mag ich mich nicht mehr bewegen, da macht ja auch mein Kreislauf Probleme".

Ebenso kann man die Probleme des ländlichen bzw suburbanen Raums nicht lösen, indem man einfach darauf wartet, bis besserer ÖPNV vom Himmel fällt und sich die Autoabhängigkeit von selber reduziert. Man muss auch diese Abhängigkeit angehen.

Übrigens sind Verkehrspolitik und Klimaschutz voll von solchen so genannten "Wicked Problems", ineinander verzahnten und verflochtenen Problemen. Zum Teil auch, weil diese Abhängigkeiten, Verschränkungen und Verflechtungen bewusst gefördert wurden, wie beim Rückbau von regionalen Bahnstrecken und ÖPNV. Die Verschränktheit ist also auch eine Strategie, für bestimmte Interessengruppen unerwünschte Veränderungen zu blockieren. Das sieht man an der Agressivität und Vehemenz, mit der gegen mögliche Teil-Problemlösungen wie z.B. beim Radverkehr in Berlin, oder beim Tempolimit auf Autobahnen (das wegen des viel geringeren Energiebedarfs bei reduzierter Geschwindigkeit ja auch eine Förderung von batterieelektrischen Fahrzeugen auf der Langstrecke bedeutet) vorgegangen wird.

7
32
submitted 4 days ago* (last edited 4 days ago) by borisentiu@feddit.org to c/verkehrswende@feddit.org

Ich finde, dass Car-Sharing in der Diskussion um eine Mobilitätswende auch in einer völlig anderen Größenordnung als bisher diskutiert werden könnte. Ohne weitere Vorrede möchte ich mal eine Visualisierung und eine Beispielrechnung zur Diskussion stellen.

Ausklappen

Visualisierung: Grobe Skizze, von den Autoreihen abgesehen nicht die typischste Wohnstraße, aber ich hatte eben mit dem Foto angefangen... Einzelbilder auf Pixelfed.

Sharing-Straße

Stand jetzt parken in einer Straße 100% PKW im Privatbesitz, sagen wir 100 Fahrzeuge.

Transformation:

  • 50 Parkplätze/Autos werden reduziert. Alle verbleibenden Parkplätze befinden sich auf einer Seite. Auf der anderen Seite wird der frei gewordene Platz umgenutzt (Begrünung, Radweg, Sitzgelegenheiten...)

  • 25 Autos von Leuten, die nicht mitmachen wollen, parken hier weiterhin.

  • 25 Sharing-Autos (elektrisch, nur EE) stehen - erstmal exklusiv – den Anwohner*innen der Straße zur Verfügung.

Die 25 Sharing-Autos sollen also (mindestens) die Mobilitätsbedürfnisse erfüllen, die vorher 75 erfüllt haben – und auch diejenigen der Anwohner*innen, die vorher kein Auto hier stehen hatten.
Man findet Schätzungen, dass heute 1 Sharing-Fahrzeug zwischen 4 und 10 andere ersetzen kann. Solche Rechnungen werden wohl immer kontrovers diskutiert werden, aber immerhin unterschreitet die Beispielrechnung diese Spanne. Entscheidend ist letztlich sowieso eine Lösung, die auf die individuelle Straße zugeschnitten ist.

Grober Ablauf

(Beteiligt wären Kommune, Forschungseinrichtungen und Zivilgesellschaft. Eine Initiative könnte zu 1-4 vorarbeiten)

  1. Geeignete Straßen aussuchen: Vollgeparkte Straßen, in denen v. a. Anwohner*innen parken.

  2. Grobe Erfassung: Wieviel Wechsel in der Belegung findet statt? Wann?

  3. Befragung: Zu Mobilitätsmustern – und einstellungen der Anwohner*innen, zu ihrer Bereitschaft an einem Pilotprojekt teilzunehmen. Nur bei genügend Rücklauf und Interesse geht es weiter.

  4. Individuelles Konzept für die Reduktion von 100% private PKW auf 25% in dieser Straße.

  5. Umsetzung (Bei einem Pilotversuch würden die reduzierten PKW für die Dauer an anderer Stelle ‚eingelagert’)

  6. Analyse und ggf. Verstetigung.

Feedback?

Ein paar Vor- und Nachteile sind mir bisher eingefallen, aber ich möchte nichts vorwegnehmen. Ich würde mich freuen, wenn ihr eure Einschätzungen dazu geben würdet. Vielleicht am besten unterteilt in Kommentare zu

a) Folgen für Beteiligte und für Verkehrswende (Positiv, negativ, gemischt? Lohnt Aufwand, lohnt nicht?)

b) Umsetzung (Schwierigkeiten, konkrete Ideen/Varianten)

8
5
9
9
10
44

Immer mehr Wege werden zu Fuß zurückgelegt, Autos stehen immer häufiger ungenutzt herum - das sind zwei wichtige Erkenntnisse der neuen Mobilitätsstudie der Bundesregierung.

11
18
12
18
13
17

Echt spannend.

14
20
15
11
16
23
17
46

ÖPNV | Ein Danke an all jene die den ÖPNV am laufen halten

Ich meine da nicht nur die Fahry, sondern auch all die Menschen die dauernd im Einsatz sind um die Netze des ÖPNVs in Ordnung zu halten,wie man auf dem Bild sieht auch Mitten in der Nacht.

Ich danke Euch vom ganzen Herzen! ❤️

#ÖPNV #Danke #2025-11-11 @verkehrswende

18
14
19
17

ÖPNV | Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt!

Der Zug nach Kaiserslautern sollte in Heidelberg ursprünglich um 06:16 Uhr fahren. Dann wurde die Zeit schrittweise bis 06:21 Uhr erwähnt, was es mir dann schwer gemacht hätte meinen Anschluss zu bekommen. Und dann fuhr der Zug jetzt doch um 06:19 Uhr ab, sollte also noch reichen für den Anschluss. Das sind nur wenige Minuten, aber das herumgeeiere nervt. Das der Zug 'mal wieder' von einen anderen Gleis abfuhr, ist inzwischen fast Gewohnheit.

#ÖPNV #Bahnhof #Heidelberg #Bahn #2025-11-06 @verkehrswende

20
5
21
37
submitted 3 weeks ago* (last edited 3 weeks ago) by D_a_X@feddit.org to c/verkehrswende@feddit.org
22
16
23
6
24
23
Die innenfreie Autostadt (verkehrswende.social)
25
13
view more: next ›

Verkehrswende

628 readers
15 users here now

In dieser deutschsprachigen Community dreht sich alles um das Thema Verkehrswende. Welche Entwicklungen gibt es in diesem Bereich? Wo hängt es?

In this German-speaking community, everything revolves around the topic Mobility transition. What developments are there in this area? Where are the problems?

founded 1 year ago
MODERATORS