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Montagslaberfaden
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Merkt die Hobbygärtner:in hierzulande eigentlich schon, dass der Klimawandel auch Einfluss auf die botanischen Pläne hat? Wenn das so weitergeht, wird man sich ja vielleicht langsam überlegen, was nächstes Jahr schlechter und besser wachsen könnte und inwiefern das auch so bleiben wird.
Es wird zwar heißer und trockener, was für die heimischen Pflanzen zusätzlichen Stress bedeutet, aber gleichzeitig steigt ja die Sonnenscheindauer nicht mit, so dass man nicht unbedingt Pflanzen einsetzen kann, die aus südlicheren Gefilden stammen.
Ich habe dieses Jahr meine Pflanzen zwei Wochen früher nach draußen gesetzt, aber das ist auch immer noch Glückssache und zwei Gurken hat es mir dabei leider auch zerhauen.
Ja, das ist ein interessantes und zentrales Forschungsthema in meinem Garten. Ich lebe in Südeuropa, daher ist nicht alles auf Deutschland übertragbar.
Heute habe ich zum Beispiel gesehen, dass der Lauch die Sonne hasst! Der Kohl bekommt Probleme, einige Paprika kochen noch an der Pflanze, wohl weil das morgens in der Frucht gespeicherte Wasser sehr heiß wird. Mittags Wasser spritzen ist bei mir schon lange verboten, verdunstet zu viel und verbrennt Blätter und Früchte - es wird abends oder morgens geflutet oder durch Kanäle am Beet entlang geleitet - das mache ich alle drei Tage und denke, dass ich da Wasser spare im Vergleich zum Sprenklersystem, und die Pflanzen kommen auch damit besser zurecht als wenn man nur die Oberfläche der Erde besprenkelt.
Mehr Bäume in den Garten pflanzen, oder Garten und Baumreihen abwechselnd wäre da sehr hilfreich. Darf ich auf dem gemieteten Land eigentlich nicht, werde ich wahrscheinlich aber einfach trotzdem tun. Fürs Mikro-Mikroklima pflanzt und sät mensch dann auch im Beet so, dass robustere Pflanzen den Kleineren und Empfindlichen Schatten geben. Da probiere ich immer wieder neu, was geht, und jeder Platz ist anders. Drei Schwestern ist ja schon bewährt - der Mais kann gut mit der Sonne und gibt wunderbar Schatten für so allerhand, was dazwischen oder daneben wächst. Kräuter säe ich überall dazwischen, denn dann haben sie Schatten und sorgen durch die Aromastoffe auch für Schutz vor Schädlingen.
Ganz schwierig in der Hitzewelle ist auch die Direktsaat - da experimentiere ich viel mit Samenmischungen (weil da auch ein paar schnelle Sprießer den Spätankommern dann Schutz geben, und weil die Pflanzengemeinschaften auch sonst robuster sind), und auch mit Mulchen.
Daneben lerne ich die urpsrünglich südamerikanische, schön hitzeresistente Pflanzenwelt kennen, die es hier schon reichlich gibt - z.B. den Nopal-Kaktus, die Agave, die Yuccapalme - das sind alles Nutz- und auch Nahrungspflanzen, deren Nutzen hier wir noch ausbauen und erforschen können.
Danke, das sind interessante Einblicke und ich finde es immer spannend, wenn Leute sich da auch so tief mit beschäftigen! Vor einer Weile hatte ich auch mal für drei Jahre einen Garten, da hatte ich mich quasi von null als Kellernerd in die Welt der Grünlichkeit eingearbeitet. Wasserkanäle entlang der Beete hatte ich zum Schluss auch gegraben, das ist auch meines Wissens einer dieser überraschend effektiven Low-Tech-Lösungen. Ich hoffe, irgendwann wieder einen Garten zu haben, da gibt es echt unendlich viel zu entdecken.