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[-] rbn@sopuli.xyz 3 points 1 week ago

Wir sind aber noch LÄNGST nicht an dem Punkt genug Akkukapazität zu haben, zum längere Perioden mit wenig erneuerbaren Energien zu überbrücken. Akkus sind super, um Stunden oder Tage zu überbrücken. Aber um den Überschuss vom Sommer in den Winter zu schieben, ist sowas wie Wasserstoff nicht verkehrt. Zumindest, bis wir was besseres erfunden und ausgerollt haben.

[-] B0rax@feddit.org 2 points 6 days ago

Wir sind aber genausowenig an dem Punkt so viel Wasserstoff produzieren, speichern und rückwandeln zu können.

[-] rbn@sopuli.xyz 2 points 6 days ago

Ja, unter anderem deswegen bedauere ich ja auch, dass wir hier eine Rückwärtsentwicklung statt Fortschritten sehen. Ich freue mich auch über jede positive Nachricht bei der Akkuentwicklung etc., aber da ich Wasserstoff als einen potentiell interessanten Baustein für bestimmte Anwendungsfälle sehe, ist es aus meiner Sicht bedauerlich, wenn die Branche schrumpft.

[-] B0rax@feddit.org 2 points 6 days ago

Jo richtig. Aber die anwendungsfälle sind halt nicht wie du schreibst die langfristige Speicherung. Dafür sind Akkus oder sowas wie speicherkraftwerke (also Wasser den Berg hoch pumpen) die bessere Lösung.

[-] rbn@sopuli.xyz 2 points 6 days ago

Pumpspeicher verstehe ich. Aber gibt es denn irgendwo die Bestrebung, Akkus als Saisonspeicher zu nutzen? Ich hätte jetzt gedacht, dass diese auch auf absehbare Zeit noch viel zu teuer sein werden, um sie nur mit einem Zyklus pro Jahr zu betreiben.

[-] B0rax@feddit.org 2 points 6 days ago

Es gibt da zwei große Entwicklungen in diese Richtung:

Zum einen einfach „alte“ Akkus aus Fahrzeugen. Für stationäre Speicher sind die nach dem fahrzeugleben noch immer super geeignet und natürlich dadurch sehr günstig. Es ist nur noch eine Frage der Zeit bis die in genügend Maße verfügbar sind. Die müssen dann nichtmal neu produziert werden.

Das andere sind Natrium-Salz Batterien. Die kommen grade in die serienreife und werden in den nächsten Jahren rapide günstiger werden. Für pkw sind sie eher so Medium geeignet wegen der „niedrigen“ energiedichte, aber für stationäre Anwendungen super.

[-] rbn@sopuli.xyz 2 points 6 days ago

Aber wirklich als Saisonspeicher? Also im Sommer laden im Winter entladen? Selbst zu einem Zehntel der Kosten aktueller Akkus kann ich mir das irgendwie kaum vorstellen. Wenn ich - ähnlich wie aktuell die Gasspeicher - Energie im großen Stil für den Winter vorhalten möchte, brauche ich riesige Speicher, die ich im Sommer mit Überschüssen laden kann. Diese Überschüsse darf ich dann nicht schon im Herbst verbrauchen, wenn ich sie absehbar nicht wieder vor dem Winter aufladen kann. Ich habe also nur 1 x aufladen und 1 x entladen pro Jahr.

Wenn wir von einem Preis von nur 20 € pro kWh Speicherkapazität ausgehen und einer Akkulebensdauer von 20€ wäre das dann bei 20 Zyklen 1€ Kosten pro kWh, die ich auf diesem Weg vom Sommer in den Winter verschieben will. Eine kWh würde also um diesen Euro teurer werden, was mehr als 1000% Aufschlag auf den Börsenstrompreis wäre. Alleine nur für die Materialkosten des Akkus. Ohne dass den jemand anschließt, wartet, Trassen baut, in Stand hält usw. Und nur unter der Annahme, dass ich irgendwo Akkus für 20€ pro kWh bekomme. Wovon wir aktuell noch ziemlich weit entfernt bin.

[-] gandalf_der_12te@feddit.org 1 points 6 days ago

speicherkraftwerke (also Wasser den Berg hoch pumpen)

Das ist in Deutschland übrigens schwierig wegen der flachen Landschaft. Aber in anderen Ländern geht das sehr gut.

[-] trollercoaster@sh.itjust.works 3 points 6 days ago* (last edited 6 days ago)

Das ist hauptsächlich schwierig, weil jedes Mal, wenn ein geeigneter Standort gefunden wurde, dann sämtliche Bedenkenträger gehört werden, statt notwendige Infrastruktur zu bauen.

Die Landschaft spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle, denn passende Topographie gibt es durchaus genug.

In den letzten paar Jahrzehnten wurde in Deutschland eine niedrige zweistellige Anzahl von geplanten Pumpspeicherkraftwerken nicht gebaut, weil die Einwände von Bedenkenträgern wichtiger waren, als Infrastruktur zur Energieversorgung.

[-] B0rax@feddit.org 1 points 6 days ago

Zum Glück ist das transportieren von Strom kein technisches Problem.

[-] smokeysnilas@feddit.org 3 points 1 week ago

Wasserstoff kann man aber auch nicht wirklich über Monate speichern. Der Toyota Mirai verliert alle ~2 Wochen den halben Tank. Wenn dann muss man richtig synthetische Kohlenwasserstoffe speichern, was die Energiebilanz noch schlechter macht.

[-] rbn@sopuli.xyz 4 points 1 week ago

Ich dachte bislang, dass das in Druckbehältern schon möglich wäre. Es gibt ja schon (irrsinnig teure) Muster-Einfamilienhäuser mit Gasflaschen im Garten, die im Sommer per Elektrolyse mit Wasserstoff gefüllt werden und im Winter dann wieder rückwärts mit einer Brennstoffzelle Strom erzeugen. Dass das so kleinteilig (jedes kleine Haus einzeln) mit der aktuellen Technik nicht wirtschaftlich ist, denke ich auch. Als Quartierslösung oder für große Mehrfamilienhäuser hätte ich mir das aber grundsätzlich schon vorstellen können. Ggf. ja auch nicht als alleinige Lösung, sondern als einen Baustein von mehreren. Wirkungsgrade sind natürlich nicht toll, aber wenn man eben so Überschüsse in den Winter verlagert bekommt, könnte es trotzdem attraktiv sein.

[-] smokeysnilas@feddit.org 1 points 1 week ago

Druck erzeugen verschlechtert aber auch die Energiebilanz und mein Stand ist dass sich Diffusion und Ausgasen nicht ganz verhindern lässt. Ich bin da jetzt aber auch kein Experte.

[-] trollercoaster@sh.itjust.works 2 points 1 week ago

Ist das Wasserstoff als Druckgas, oder flüssiger Wasserstoff?

Um Gewicht zu sparen, baut man Tanks für flüssigen Wasserstoff meistens nicht druckfest und nimmt in Kauf, dass ein Teil des Wasserstoffs verdampft und, wenn er nicht genutzt wird, entweicht.

this post was submitted on 17 Feb 2026
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