Ich bin jetzt fertig mit "Automatic Noodle" und ehrlich gesagt zählt es definitiv zu den besten Büchern, die ich bisher gelesen habe. Ich mag die vier Roboter, die sich sowohl im Äußeren, als auch im Inneren so deutlich unterscheiden.
Sie nutzen den kleinen Freiraum, den ihnen ein fehlerhaftes und oft unerbittliches System unbeabsichtigt gelassen hat, um etwas zu schaffen, das schön und gut für alle ist. Ihr Motivation kommt von innen, aus dem Spaß und Vergnügen an der Tätigkeit selbst, sowie ihren verfügbaren Mitteln. Obwohl es ursprünglich um sie selbst dabei geht, heißen sie jede Gelegenheit, etwas Gutes für andere (robotisch wie auch menschlich) willkommen. Sie lassen ihre eigene Vision frei wachsen. Wir können es genauso machen. Etwas tun, was una Freude bereitet, und die Gelegenheit ergreifen, wenn wir andere mit einschließen oder anderen etwas Gutes damit tun können. Und dabei bemerken wir oft, dass die Gemeinschaft unsere Freunde noch erhöhen. Mir geht es so, wenn ich bei meinem lokalen Pfadfinderstamm die Lagerfeuergitarre bespiele. Nur wenige wollen selbst darin aktiv werden, aber alle freuen sich und singen begeistert mit. Meine Leidenschaft bringt mir und anderen Freude, und das ist mir sehr wichtig.
In "Automatic Noodle" ist natürlich nicht alles wunderbar. Es ist keine Utopie und zeichnet zuweilen auch ein ziemkich düsteres (und aus aktueller Sicht leider wahrscheinliches) Bild. Es kommt mir in der Handlumg des Buches aber nicht so vor. Ich denke, das liegt an der Zukunftsvision. "Automatic Noodle" sagt: "Ja, ist gerade richtig scheiße, aber schau mal: Da vorne wirds schon besser. Also lass uns zusammen daran arbeiten." Aktuell scheinen wir auf dem absteigenden Ast zu sein. Kaum einer hat noch positive Zukunftsaussichten (trotz der Tatsache, dass es uns in vielen Dingen auch besser geht als früher). Aber wir können die düsteren Aussichten damit kontern, dass wir gemeinsam eine bessere Zukunft schaffen können und es irgendwann wieder bergauf gehen wird.
Interessant finde ich auch die Thematisierung von strategischer Misinformation, sowohl im großen (Informationskrieg), als auch im kleinen (individuelle Hater). Schön fand ich da die Worte von Cayenne: "Sometimes, when people don't have a community, they make one up." An sich schon ein treffender Satz. Besser kommt das dann rüber, als Hands fragt, ob sie das nicht auch selbst gerade tun würden. Sweetie grenzt das schön ab: "We are making a place for people who were already there." Wir können uns die Gesellschaft nicht aussuchen. Es geht darum Orte für die Menschen um einen herum zu schaffen. Gerade jetzt, wo es kaum noch Dritte Orte gibt, an denen sich Menschen ihne kommerzielle Zwänge treffen können.
Und zuletzt: Ich finde es unglaublich witzig, wie Sloan überzeugt davon ist, dass Friends die erste Serie war, die komplett per LLM geschrieben wurde. Erinnert an die unendliche Seinfeld Episode, die vor ner Weile jemand auf Twitch gestreamt hat.


Mhh, interessant. Sie war mir gar nicht bekannt. Was ihr scheinbar das politische Genick gebrochen hat, war wohl der Konflikt wegen der 2,5m€ mit Friederici, den sie nach Kritik prompt entlassen hat. Scheint innerparteilich nicht gut angekommen zu sein.
Bezogen hatte ich mich im Kommentar vor allem auf die Spitzenpositionen in der Bundespolitik. Eher Leute wie Jens Spahn, weniger wie irgendeine Berliner Kultursenatorin.
Ehrlich gesagt, keine Ahnung. Mit den Länderebenen bin ich nicht so vertraut. Auf Bundesebene ist mir erstmal nix bekannt. Mein Punkt steht aber noch. Rücktritt wird immer nur bei den anderen gefordert. Die zweierlei Maß kann man hier von weitem sehen.
Was die eigentliche Aussage angeht: Ich stimme ihm da auch so nicht zu. Die CDU ist nicht faschistisch. Noch nicht. Sie gehen aber leider konsequent in diese Richtung. Schon jetzt hat der rechte Teil der CDU signifikanten Überlapp mit der AfD und die Marschrichtung bleibt weiter, die Themen der rechtsextremen hochzuhalten (obwohl das strategischer Unsinn ist). Merz benimmt sich zwar wie ein Arsch, aber eine Koalition mit den Faschisten traue ich ihm nicht zu. Seinen möglichen Nachfolgern allerdings schon. So wird die Union mal wieder zum Teigbügelhalter des Faschismus. Die Kritik an der Union finde ich also durchaus gerechtfertigt. In meiner Sicht kein Grund, zurückzutreten.