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submitted 2 weeks ago by voodoocode@feddit.org to c/dach@feddit.org

Der Amokfahrer in Leipzig war wieder einmal ein Mann. Wir müssen reden: über Männer, ihr angeknackstes Selbstbild und ihre Lösungsstrategien.

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[-] ComfortableRaspberry@feddit.org 29 points 2 weeks ago

Natürlich wäre es Unsinn, deshalb Fahrverbote für alle Männer zu fordern. Denn es sind ja nicht alle Männer so, bei Weitem nicht. Aber wenn es tatsächlich fast immer ein Mann ist, muss dieses Problem in den Fokus. Gerade weil es hier keine einfachen Lösungen gibt, ist eine gesamtgesellschaftliche Reflexion über das Männerbild unumgänglich. Sie könnte den Alltag sicherer machen, nicht nur in Fußgängerzonen.

Finde ich ein stabiles Fazit. Das gesellschaftliche Bild von Männlichkeit ist veraltet und passt nicht mehr zur Realität. Wäre doch sinnvoll da was zu ändern

[-] DmMacniel@feddit.org 25 points 2 weeks ago

Damn. Der Text ist ziemlich provokant. Aber in einem hat's recht, unsere Männer brauchen mehr Hilfe um aus dieser toxischen Männlichkeit (welches dann von infleunzern gern ausgenutzt wird) heraus zu kommen.

[-] ranslite@pie.dasneuland.de 23 points 2 weeks ago

Seit wann ist eine Psychose ein angeknacktes männliches Selbstbild?

[-] Duke_Nukem_1990@feddit.org 19 points 2 weeks ago

Nicht alle Männer, aber jedes Mal ein Mann.

[-] probable_possum@leminal.space 10 points 2 weeks ago

Und er hat Brot gegessen. Da muss es doch einen Zusammenhang geben!

[-] Duke_Nukem_1990@feddit.org 3 points 2 weeks ago* (last edited 2 weeks ago)

Bestreitest du, dass es einen Zusammenhang zwischen Männlichkeit und Gewaltverbrechen gibt?

Edit: Ich gebe mir mal selber eine Schelte, weil ich das vor dem Kommentar hätte überprüfen sollen. Ich finde bspw. über Destatis keine Erfassung des Geschlechts der Täter:innen bei Gewaltstraftaten, nur der Opfer. Weiß jemand mehr?

[-] probable_possum@leminal.space 5 points 2 weeks ago

Die Frage ist, ob es in diesem Fall einen Zusammenhang gibt. Aus irgendeinem Grund muss ich gerade an Toms Idee aus Office Space denken.

[-] KatherinaReichelt@feddit.org 7 points 2 weeks ago

In Naziforen und AfD-Kommentarspalten liest du bei entsprechenden Attentaten "Nicht alle Ausländer, aber jedes Mal ein Ausländer". Muss so eine undifferenzierte Hetze gegen Bevölkerungsgruppen hier sein?

[-] Duke_Nukem_1990@feddit.org 7 points 2 weeks ago

“Nicht alle Ausländer, aber jedes Mal ein Ausländer” stimmt halt auch einfach nicht, eben wie genau in dem Beispiel über das wir hier reden.

[-] sp3ctre@feddit.org 2 points 2 weeks ago

Diese Sätze wie “Nicht alle Ausländer, aber jedes Mal ein Ausländer” oder "Nicht alle Männer, aber jedes Mal ein Mann." haben eins gemeinsam: Sie vereinfachen grob, sollen Stimmung machen und spalten damit die Gesellschaft.

Der nächste konstruiert dann was ähnliches mit Frauen, Babys und Blumenkübeln (oder so).

Diese Rhetorik ist einfach 'ne Büchse der Pandora.

[-] Duke_Nukem_1990@feddit.org 2 points 2 weeks ago* (last edited 2 weeks ago)

Ok, nochmal.

Nicht alle Ausländer, aber jedes Mal ein Ausländer”

Das ist Quatsch. Sehen wir ja literally am aktuellen Beispiel.

"Nicht alle Männer, aber jedes Mal ein Mann."

Das wiederum wird in diesem Beispiel noch mal bestätigt.

Genausowenig könntest du die Sätze:
"Die Bürgergeld-Empfänger:innen liegen uns auf der Tasche, die müssen weg."
und
"Die Milliardär:innen liegen uns auf der Tasche, die müssen weg."
nebeneinander stellen und so tun, als hätten sie den gleichen Wahrheitsanspruch.

[-] gandalf_der_12te@feddit.org 2 points 2 weeks ago

Also dass nur Männer gewalttätig seien kann ich dir getrost widersprechen. Habe genügend (eher zu viele) gewalttätige Frauen gesehen. Nur eben dass die verbale Gewalt anwenden.

[-] Duke_Nukem_1990@feddit.org 2 points 2 weeks ago

Geschwisti, hier hat ein Mann Menschen ermordet. Was ist mit verbaler Gewalt?

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[-] probable_possum@leminal.space 11 points 2 weeks ago* (last edited 2 weeks ago)

Die Tatsache, dass man viel darüber redet, zeigt dass solche Taten nicht häufig sind. Und dass sie Emotionen auslösen. Die Forderungen gleichen denen der letzten Male. Und wieder gibt es viele, die das Ereignis für ihre eigene Agenda instrumentalisieren, wie jedes mal.

Der Zeitgeist diktiert, dass jetzt jemand versucht, toxische Männlichkeit mit dem Ereignis zu verknüpfen. Mutmaßlich ohne viel über die Hintergründe zu wissen und mit vorgefertigter Meinung. Die Krankheitsgeschichte des Täters sollte nicht öffentlich sein. Für Schlussfolgerungen über die Beweggründe oder Ursachen reicht das Bekannte nicht aus.

Obligatorisch: ich möchte nicht das Trauma und den Schmerz der Betroffenen klein reden, bestimmt nicht.

[-] sp3ctre@feddit.org 10 points 2 weeks ago* (last edited 2 weeks ago)

Hui, da möchte aber jemand dringend über toxische Männlichkeit reden. Ist ja grundsätzlich nicht verkehrt, aber ausgerechnet hier?

Solange der Täter jetzt nicht von dem Kaliber "Elliot Rodger" o.Ä. ist, sehe ich ehrlich gesagt gerade keinen Grund dieses Thema hier aufzumachen.

Psychische Krankheiten sind halt ein Ding. Die gehören behandelt, wenn man sowas verhindern will.

[-] Duke_Nukem_1990@feddit.org 4 points 2 weeks ago

Toxische Männlichkeit ist aber nicht nur und fängt nicht bei Andrew Tate an. Toxische Männlichkeit ist auch, überhaupt auf die Idee zu kommen, ein Auto als Waffe zu benutzen.

[-] Gladaed@feddit.org 7 points 2 weeks ago

Leider wieder ein Artikel der nach einer überlangen Einleitung plötzlich endet ohne etwas zu sagen. Das reicht mir als Kommentar nicht und ist eher ein Diskussionsstart aber ohne Platttform

[-] gandalf_der_12te@feddit.org 5 points 2 weeks ago* (last edited 2 weeks ago)

Tjaaaaa also ich würde diese ganze Diskussion sehr interessant finden wenn sie denn tatsächlich jemals den Kern der Sache berühren würde. Es hat nämlich m.m.n. nichts mit "Männer" zu tun sondern mit etwas ganz anderem: der "leistungsorientierten" Gesellschaft.

Zum Hintergrund muss man wissen dass es für Frauen genügt, zu existieren, um gut behandelt zu werden. Frauen finden überall Freundinnen und wenn sie was brauchst ist fast jeder hilfsbereit.

Wenn du als Mann irgendwas brauchst - und meist ist es nur sozialer Kontakt - sind andere Menschen weniger aufgeschlossen. Das hat zuerst einmal gar nichts mit dir zu tun sondern liegt an so Faktoren wie übler (streng riechender) Geruch, Haare, und eine bedrohliche Erscheinung. Die Folge ist dass es sich etabliert hat dass Männer traditionell nur nach ihrem Nutzen beurteilt werden - Männer haben nur eine Existenzberechtigung solange sie nützlich sind, d.h. solange sie Brot erwerben oder irgendwelche realen oder imaginierten Gefahren abwenden; nur dann werden sie toleriert und geduldet, gemocht werden sie trotzdem nie.

Nun ist aber eben genau die Folge davon, dass es für Männer nie in Ordnung sein kann, wenn die Gesellschaft zur Ruhe kommt, wenn es keine Kriege mehr gibt, wenn alles automatisiert ist und daher keine Arbeit mehr gibt, denn wenn Männer nicht mehr nützlich sein können, verlieren sie das letzte kleine bisschen soziale Aufmerksamkeit das sie bekommen können. Die Folge ist ein "Leistungsgedanke" - nur wenn ich etwas leiste, bin ich etwas wert. Dieser Gedanke wird dann auch auf andere übertragen. So ist es mir z.B. schon mehrfach aufgefallen, dass ich von mitte 40-jährigen darüber belehrt werde dass es nicht in Ordnung ist den ganzen Tag effektiv nicht produktiv zu sein, während ich diese Erfahrung im Gespräch mit Frauen praktisch nie hatte - da gehen gespräche ganz natürlich auf völlig anderen Bahnen, meist deutlich angenehmer und ohne diesen "du bist minderwertig wenn du nicht produktiv bist" Bahnen.

Was man nun mit diesen Gedanken anfängt, tja. Ich denke ich habe den Ansatz dass die Chinesen es richtig gemacht haben indem die Männer dort sowohl weniger unangenehm riechen als auch weniger bedrohlich wirken, sodass dieser gesamte gesellschaftliche Konflikt möglicherweise von vornherein nicht so da ist. Keine Ahnung was das jetzt über unsere Gesellschaft aussagt.

[-] Cliff@feddit.org 3 points 2 weeks ago

Ich denke ich habe den Ansatz dass die Chinesen es richtig gemacht haben indem die Männer dort sowohl weniger unangenehm riechen als auch weniger bedrohlich wirken

🤔🤨

[-] Elchi@feddit.org 5 points 2 weeks ago

Was der Bild die Migranten sind der taz die Männer.

[-] WeHi@feddit.org 3 points 2 weeks ago

Finde den Artikel leider nicht sonderlich gelungen, dabei gibt es hier durchaus Potenzial für eine Diskussion.

Die Politisierung von solchen Taten, begangen durch Leuten mit Migrationshintergrund, auf der anderen Seite dann aber selber die Staatsangehörigkeit des Täters zu nutzen, um solche Debatten zu kritisieren und vorzuführen, finde ich etwas befremdlich. Ich verstehe aber irgendwo, warum der Author sich dazu entschieden hat.

Der Aufruf nach mehr Sicherheitsvorkehrungen für Innenstädte in Form von Pollern wirkt recht naiv auf mich. Natürlich mag das ein effektives Mittel gegen die Verwendung von Autos als Waffe sein. Im selben Absatz wird aber auch geschrieben, dass sich Verbotszonen für Waffen wie z.B. Messer kaum wirksam umsetzen lassen. Na, ob jemand der es sich zum Ziel gemacht hat andere Menschen zu verletzen und zu töten, sein Vorhaben aufgibt und sich daraus resultierend als Person, von der keinerlei Gefahr ausgeht, wieder in die Gesellschaft integriert, nur weil jede Innenstadt eine Mauer aus Pollern umgibt?

Dabei habe ich gar nichts gegen Sicherheitsmaßnahmen, wenn entsprechend umgesetzt. Wenn das Treffen solcher Sicherheitsmaßnahmen, in diesem Kontext, notwendig ist, ist es aber gewissermaßen bereits zu spät. Es mag als Präventivmaßnahme für Amokfahrten funktionieren, aber egal wie viele Poller man in Innenstädten aufstellt, werden diese nichts an einer Radikalisierung oder psychischen Erkrankungen von möglichen Tätern ändern.

Und an dieser Stelle ist der Punkt bezüglich des Bildes von Männlichkeit im Artikel mit Sicherheit auch interessant. Was bringt denn Männer dazu, sich derart zu radikalisieren, dass sie zu solchen Taten bereit sind? Inwiefern begünstigt ein Männerbild, wie es in der Gesellschaft weit verbreitet ist, solche Prozesse? Wie wirkt sich ein noch toxischeres Männerbild, wie es in diversen Szenen online verbreitet wird, darauf aus und was zieht, vorallem junge Männer dazu hin? Warum sind manche Männer so empfänglich für religiöse Radikalisierung?

Und hier gilt es meiner Meinung nach, die wahren Präventivmaßnahmen für solche Taten zu finden. Denn im Idealfall möchte man doch einen potenziellen Täter gar nicht erst entstehen lassen. Und ein potenzieller Täter entsteht nicht, weil dieser eines Morgens festgetellt hat, dass er ein Mann ist und daraufhin rausgeht und das Töten beginnt. So ein potenzieller Täter entsteht über einen längeren Zeitraum, durch immer zunehmendere Radikalisierung, oder im Fall von psychischen Erkrankungen durch z.B. mangelnde/ausbleibende Behandlung.

Wenn man solche Taten wirklich nachhaltig verhindern möchte, bedarf es vermutlich eher sozialgesellschaftlichen Veränderungen, sowie eine Anpassung im Gesundheitssystem, das psychische Erkrankungen und die Behandlungen dieser endlich ernst nimmt.

this post was submitted on 06 May 2026
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