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this post was submitted on 11 Aug 2026
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DACH - Deutschsprachige Community für Deutschland, Österreich, Schweiz
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MODERATORS
Ein hypothetisches Problem also, basierend auf der hanebüchenen Annahme, dass die Zahl der Nutzer stark zunimmt, die Zahl der Ladesäulen jedoch nicht.
Ich sehe gerade bei solchen Themen immer wieder Beiträge, die keine wirklichen Argumente haben, aber negative Stimmung verbreiten. Wem dient's ?
Was ist daran hanebüchen oder hypothetisch? Wenn es für wortwörtlich tausende Autos eine geringe 1-stellige Anzahl Ladepunkte im fußläufig erreichbarer Umgebung gibt, ist das ein sehr reales Problem und ich kann gegenwärtig nicht mal darüber nachdenken endlich ein modernes Auto anzuschaffen, wenn ich kein Eigenheim oder einen Arbeitgeber habe, der Lademöglichkeiten anbietet.
Ich muss also nicht "annehmen", dass "in Zukunft" die Anzahl der Ladesäulen nicht stark zunimmt, sondern kann ganz reell beobachten, dass die das bereits jetzt und in den letzten Jahren nicht ausreichend tut.
Es gibt auch weniger Tankstellen als Verbrennerautos.
Vielleicht übersiehst Du, dass ein grosser Teil der Autos gar nicht viel gefahren werden?
Und die, die viel gefahren werden, können auch Schnelllader an der Autobahn benutzen - da kommen die Vielfahrer nämlich sowieso vorbei.
Nö, wenn ich davon rede, dass tausende Autos im Umkreis auf 'ne einstellige Zahl Ladepunkte komme, überseh ich nicht die Fahrleistung. Sondern ich gehe ganz realistisch davon aus, wie viele Autos zum Feierabend zurückkommen, wie viele davon nach 'ner Woche oder auch mehreren geladen werden müssen und in den wenigen Stunden zwischen Feierabend und zu Bett gehen um die vorhandenen Plätze konkurrieren.
~14000 Tankstellen, mit geschätzt 10 Zapfsäulen im Schnitt mal 1 Minute Tankzeit ist halt 'ne andere Rechnung als ~140000 AC Ladepunkte mit 10 Stunden Ladezeit (das sind beide Male in etwa die tatsächlichen Zahlen für Deutschland...). Das funktioniert nicht.
Alternativ DC Laden in (je nach Modell und auch Auto-Kompatibilität) 15-60 Minuten... klappt immer noch nicht. Und es will auch niemand die abartige Anzahl Schnelllader installieren um mit heutigen Tankstellenkapazitäten gleichzuziehen.
Was fehlt ist wahlweise eine sehr viel größere Verbreitung von einfachen AC Ladern überall an der Straße neben den dortigen Parkstreifen oder eine sehr viel höhere Verbreitung von privaten Ladepunkten, z.B. durch Anreize, dass Arbeitgeber welche anbieten, oder zur Verpflichtung von Vermietern, auf Wunsch welche anbieten zu müssen. Beides seh ich in Deutschland aber nicht kommen, denn die Politik möchte das nicht und die Ablenkung mit "ach, eigentlich gibt es doch schon genug" scheint ja auch gut zu funktionieren.
Was du siehst sind Frustrierte, die gern wechseln würden aber nicht können. Die Säule muss vor dem Auto da sein, ich kauf doch keinen 25.000€ Briefbeschwerer.
Ich würde zuuu gern glauben, dass die Autoindustrie ohne Meinungsmanipulation und Astroturfing vor geht.
Aber die "Dieselaffäre", die zehntausende Tote durch Luftverschmutzung verursacht hat, zeigt ja deutlich, dass diese Industrie für die Sache der Profite auch über Leichen geht.
Die Situation bei einem Elektroauto ist aber im Grunde nochmal eine Spur einfacher als beim Verbrenner: Im worst case gibt es Adapter für die Haushaltssteckdose... wenn ich in meinem Kaff vergesse zu tanken darf ich erstmal die ~15 km zur nächsten Tankstelle mit dem Benzinkanister auf dem Gepäckträger radeln.
Keine Ahung in welcher Scheinwelt du lebst, dass das der worst-case ist. Sollen wir alle die Kabel aus dem Fenster im 1. bis 3. Stock und über dne Bürgersteig werfen? Hier gibt es praktisch nur Straßenrandparker.
Hessen. Sehr, sehr ländliches Hessen.
Dann wäre ein Wink mit dem Zaunpfahl an den örtlichen Stromanbieter, die Stadtwerke oder die lokalen Einzelhändler angebracht... klingt für mich ja schon ein wenig städtischer die Lage...
Ich zitiere aus meinen Ursprungskommentar:
Ja, ich rede explizit vom Alltagsproblem in Großstädten voller Straßen- und Laternenparkern ohne Eigenheim. Ohne die Möglichkeit sein Auto (ohne extra Aufwand und Zusatzkosten wegen weiter Wege und Schnellladern) ganz normal zu laden, kauft man halt kein eAuto. Ohne eAutos stellen die Arbeitgeber und Supermärkte keine Lader auf ihre Parkplätze.
Und das löst man nicht, in dem man darüber jammert, dass die Leute ja nur nicht wollen, und dann im nächsten Schritt mit der guten Verteilung von Schnellladern argumentiert. Denn die Reichweite und die Erreichbarkeit von weit entfernten Zielen ist Ablenkung. Das funktioniert tatsächlich gut. Der Alltag, wo ich nur mit extremem Aufwand und/oder Extrakosten das Auto geladen kriege, ist das Problem.
PS: Und ja, weniger Autos und besserer öffentlicher Verkehr wäre auch 'en Möglichkeit, wahrscheinlich die bessere. Aber auch das passiert ja nicht. Fehlt eigentlich nur noch, dass wir da auch die Diskussion aufmachen, dass die Leute as ja nicht wollen, weil sie alle so gern Auto fahren. Den Irrsinn kenn ich bisher nur aus den USA, aber diese Art der bescheuerten Scheinargumentation würde auch hier gut ins Schema passen.
Ok, das "mitten im Ruhrgebiet" wurde anscheinend von meinem internen Zensor gestrichen.
Wo wäre das eine "bescheuerte Scheinargumentation"? In Städten ist ÖPNV die Lösung (+ Fahrrad / Ebike / Carsharing...)... und ja, da kommt einfach die persönliche Bequemlichkeit vieler Menschen zum tragen.
Da hast du mich missverstanden.
Hier wird gern behauptet, dass die Leute einfach keine eAutos wollen und dafür werden alle tatsächlichen Probleme einfach ignoriert. Oder wir werden alternativ mit der "Dummheit der Deutschen" beschallt, Angst vor Krankheiten durch Klimaalagen zu haben, damit man nicht darüber reden muss, dass die hierzulande wesentlich teuerer sind und massive Hürden für den Einbau existieren.
In den USA hingegen wird gerne das Märchen verbreitet, dass ÖPNV doch gar keinen Sinn macht, weil die Leute den doch gar nicht wollen und eh nie benutzen würden, weil sie alle so gerne Auto fahren (FrEiHeIt!1!). Das ist auch völliger Blödsinn aber würde, so wie die Diskussion hier inzwischen abgedriftet ist, inzwischen auch beinah nach Deutschland passen.
Das ÖPNV die Lösung ist, ist klar. Aber mediale und politische Diskurs möchte sehr offensichtlich auch keine Lösung, denn dann wären die fossilen Geldgeber traurig.
Stimmt, das habe ich missverstanden.
Im Endeffekt kommt eben alles wieder zurück auf den fehlenden politischen Willen an der Meinungsbildung mitzuwirken und die Gesellschaft mehr in eine richtigere Richtung zu manövrieren.
Problem hierbei - was machste wenn du in einer Wohnung wohnst? Da ist der Adapter für die Haushaltssteckdose gut gemeint - aber wenn deine Wohnung im 4. Stock Hofseitig ist dann hilft der auch wenig.
Mehr Ladeinfrastruktur wär daher schon auch wichtig.
Natürlich wird es immer die eine, spezielle Situation geben in der ein E-Auto momentan einfach noch nicht ganz unproblematisch ist... ich wollte mit meinem Beispiel nur anmerken, dass es bei den Elektrofahrzeugen einfach noch ein paar mehr Möglichkeiten gibt als beim Verbrenner.
Das definitiv, da kann man nicht widersprechen
Die Frage ist doch auch: wohin willst du mit dem Auto fahren? Zur Arbeit? Viele Arbeitgeber bieten ladesäulen auf den Parkplätzen.
Zum einkaufen? Rewe, Aldi, Lidl, Ikea, bauhaus, etc haben auch schnelllader zu teilweise vergünstigten Konditionen für Kunden.
Zum verreisen? An den meisten Raststätten sind ladsäulen.
Nö, haben sie hier nicht.
Ebenfalls nein. Hab davon sicher ein Dutzend im nahen Umkreis aber 0 Lader, weil eben in einer Gegend der Straßenparker und ohne Infrastruktur zum Laden niemand ein eAuto kauft, die Supermärkte dann also uch keine Lader für ihre Kunden brauchen.
Ja, und genau deshalb reden wir in Deutschland ja immer von absurden Strecken und Reichweiten. Die Schnelllader, um mit etwas Planung und kurzen Lade-/Ruhepausen überall hinzukommen, haben wir in der Tat. Ist halt Ablenkung, um nicht über das tatsächliche Problem im Alltag reden zu müssen.
Ich hab keinen Stellplatz, ich kann nicht ein Kabel aus dem Fenster im 2. Stock und über den Bürgersteig zu meinem Auto werfen, und ich habe keinen Arbeitgeber mit Parkplatz/Lademöglichkeit. Ich könnte jedesmal wenn ich Laden muss die wenigen vorhandenen Ladepunkte abfahren, das Auto abstellen, wenn ich einen freien finde, halbe Stunde nach Hause spazieren, und dann einiges später nochmal die selbe Strecke zum Abholen. Oder ich könnte grundsätzlich (und mir den damit verbundenen Kosten) größere Strecken fahren und exklusiv mit Schnellladern klarkommen. Aber beides ist eben eine Zumutung und erhöhte Kosten, die viele davon abhält eine eAuto in Betracht zu ziehen. Und beides funtkioniert auch nur, solange eben kaum jemand hier eins hat. Eine Handvoll einfacher Ladepunkte für mehrere hundert Autos im Umkreis funktioniert eben nicht. Und die Netzinfrastruktur, die nötig wäre, um den kompletten Umstieg auf eMobilität mit Schnellladern zu stemmen (ähnlich wie heute alle brav irgendwo zentral tanken gehen) ist völliger Irrsinn.
Also brauchen wir vernünftige öffentliche Infrastruktur. Sonst wird das nichts, egal wie penetrant wir uns selbst belügen, dass die Leute das Problem wären. (Zum Vergleich: Die Niederlande haben derzeit -ohne Schnelllader etc.- etwa 200000 einfache Ladepunkte, meist am Straßenrand, bei etwa 500000 angemeldeten Autos. Bei höherer Eigenheimquote...)
"Wer etwas will, findet Wege.
Wer etwas nicht will, findet Gründe."
Und schon sind wir von "die Abdeckung ist echt gut" bei "finde halt Wege, wie du mit der mangelhaften Abdeckung persönlich umgehen kannst" gelandet.