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this post was submitted on 11 Aug 2026
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MODERATORS
Eigentlich ein schönes Beispiel dafür, dass die Selbstreinigungskräfte bei der BW auch bei "Top Performern" funktionieren... es wäre mit Sicherheit ein leichtes gewesen die Vorfälle unter den Tisch zu kehren um dem eigenen Ansehen nicht zu schaden - man hat sich aber anscheinend für den richtigen Weg entschieden.
Ich habe meinen Wehrdienst 2007 gemacht...da war die BW, wie ich sie wahrgenommen habe, bereits durchsetzt von problematischen Leuten, insbesondere die Zeitsoldaten.
Dass die sich gegenseitig ständig bescheinigen lupenreine Demokraten zu sein...ist nicht überraschend. Rassistische Witze, und Beleidigungen, Wehrmachtsdevotonalien (bspw. Gemälde von heldenhaften Wehrmachtssoldaten bei unserem Zugführer im Büro usw. usf.), "Die Wehrmacht war eine 1A Armee, die nichts falsch gemacht hat" war so die typische Auseinandersetzung mit dem NS...das war der Alltag.
Ich glaube, das ist nur schlimmer geworden. Kein Wehrdienst mehr, Normalisierung von faschistischem und rassistischem Gedankengut in der gesamten Gesellschaft. Ich vermute der Laden ist nur schlimmer geworden, als ich ihn damals schon wahrgenommen habe.
Das lässt mich auch irgendwie an der aktuellen Aufrüstungslogik zweifeln. Wir bauen der gefährlich nahen AfD Regierung gerade noch eine schlüsselfertige Armee auf, die durchsetzt ist von willfährigen Lakaien, die dann beizeiten von Putin höchstpersönlich kontrolliert werden. Das erschließt sich mir irgendwie nicht, ich hätte gerne funktionale, demokratische Kontrolle, bevor ich denen neue Waffen hinstelle.
Bei mir war es etwas früher, 2002. Und ja, insbesondere die FWDLer mit längerer Dienstdauer und eine Kategorie von Zeitsoldaten waren damals... schwierig. Interessanterweise konnte man damals (zumindest in der Region wo ich tätig war) sagen: Je länger jemand dabei war und je weiter oben in der Nahrungskette derjenige stand um so liberaler und "antifaschistischer" war die jeweilige Person orientiert.
Ein Beispiel von vielen: Jemand aus meinem Zug wurde in den ersten Wochen der Grundausbildung von einem der Ausbilder wegen seines Migrationshintergrunds aus dem nahen Osten (ich meine es war sogar Afghanistan) rassistisch beleidigt, zufällig bekommt der Kompaniechef das mit, verpasst dem Ausbilder einen massiven Einlauf vor der versammelten Mannschaft und entschuldigt sich beim Beleidigten im Nahmen der BW. Der Ausbilder wurde dann anderen Aufgaben zugeteilt (weitere Konsequenzen habe ich jetzt nicht mitbekommen... aber das hätte man uns Wehrdienstleistenden eh nicht erzählt). Klar, nur eine Anekdote... aber solche Erlebnisse prägen halt schon wie man eine Institution für sich persönlich einordnet.
Ich selber habe keine BW-Erfahrung, aber von Anekdoten, die ich über die Zeit so mitbekommen habe, scheint der Trend zu sein, dass die Soldaten, die echte Kriegserfahrung haben, weniger zu rassistischer Edgelordigkeit tendieren.
Ich weiiiiiß ja nicht...
Aber so eine Gesinnung kommt ja nicht aus dem Nichts, die Pseudonyme seiner Accounts sind schon Jahre alt und die Aussagen die er getätigt hat sind derart krass, dass man mMn. nicht davon ausgehen kann, dass der Mann erst kürzlich angefangen hat sich zu radikalisieren.
Ich meine: Gut dass da Leistung nicht über Gesinnung gestellt wird, aber dass seine Vorgesetzten dem Mann lange Zeit eine demokratische Verankerung bescheinigen macht mich schon stutzig.
Mit Sicherheit war die Gesinnung schon länger vorhanden, was aber nicht bedeutet, dass diese seinen Kameraden oder der BW als Organisation bekannt waren. Ich versuche mich mal ein wenig in Kaffeesatzleserei und vermute, dass er im Dienst eher die Maske des verfassungstreuen Soldaten aufrecht gehalten hat und erst mit steigendem Prestige und im Rahmen des im größer werdenden Rechtsrucks in der Bevölkerung einfach dachte er könne sich jetzt mehr erlauben.
Und das das ganze offiziell erst in Litauen auffällt, wo es vermutlich schwieriger war das ganze zu vertuschen hat ebenfalls ein Geschmäckle.
Man könnte das tatsächlich als einen Vorteil der Wehrpflicht sehen:
Du hast haufenweise junge Leute in der Armee die eh schon keinen Bock haben dort zu sein und definitiv keine Karriere anstreben... die würden schon dafür sorgen, dass solche Dinge deutlich schneller auffallen und korrigiert würden. Eben der Vorteil des "Staatsbürgers in Uniform".
So die Idee. Aber halt auch merkwürdige Herangehensweise
"wir bekommen das Problem mit Rechtsradikalen in unserer Armee nicht in den Griff, deshalb zwangsverpflichten wir jetzt 18jährige Laien, die da mal ein Auge drauf haben sollten!"
Ähm, weißichjanich...
Ja, genau so.
Ersten würde eine größere Menge Wehrpflichtiger den Korpsgeist deutlich "verdünnen", und dann ist es tatsächlich so, dass jemand der weiß, dass nur kurze Zeit bei der BW ist eher geneigt seien wird Missstände aufzudecken als jemand der dort Karriere machen will.
Ich habe persönliche Erfahrung damit. In der Spezialgrundausbildung hat ein angehender Zeitsoldat einen Wehrpflichtigen auf Übung antisemitisch beleidigt.
Das habe ich gemeldet. Von den 8 Zeugen war nur einer bereit mit auszusagen (von 6 Wehrpflichtigen). Der Zugführer wollte erst nichts unternehmen. Ich habe ihm gedroht damit zur Kompanieführung und ggf. zur Bataillonsführung zu gehen. Erst dann hat er das aufgenommen und weitergemeldet. Und war sich noch die ganze Zeit sicher, dass wir uns verhört haben.
Was meinst du, wie so die Quote sein wird, von Leuten, die sich das trauen und durchziehen? Ich habe das damals durchgezogen, weil ich eh ein Querulant bin, schockiert war von der Bundeswehr und schon damals wusste, dass das die Leute sind, die mich ggf. eines Tages für meine Meinung erschießen. Aber niemand, den ich sonst kenne und dem ich das zugetraut hätte, ist überhaupt zur Bundeswehr gegangen.
Der andere Wehrpflichtige, der überhaupt mitgemeldet hat, hätte das auch nicht alleine gemacht. Und ich hätte es auch nicht alleine gemacht, v.a. nicht, wenn der Hauptfeldwebel dann bei nur einer Aussage erst recht einen auf "du hast dich verhört, sagen auch alle anderen".
Funnily enough war das sogar dann die Verteidigung des Täters im Gerichtsprozess 😅. Er hätte "Ludensau" gesagt, ja ne, is' klar.
Das ist natürlich übel... und eigentlich so einer der Fälle die zu einem größeren Aufschrei führen sollten.
Auf die Gefahr hin wie eine kaputte Schallplatte zu klingen: Da ist eine allgemeine Wehrpflicht ein echter Vorteil. Warum? Du spülst damit einfach Leute in die BW die nicht dort hin wollen, die Armee wird ein Querschnitt der Bevölkerung und du hast einfach auf Grund der unterschiedlichen politischen Ansichten, Gesellschaftsschichten etc. ein viel geringeres Risiko einen "Staat im Staat" entstehen zu lassen.
Kopf > Tisch
Wie ist der Prozess eigentlich ausgegangen?
Keine Verurteilung, dafür durfte er sein Dienstverhältnis geräuschlos beenden.
Damals gab es die Wehrpflicht, sonst wäre ich ja auch nie auf die Idee gekommen. Aber es haben ja alle, die auch nur 2% kritisch ggü. der Bundeswehr waren, Zivildienst gemacht. Da findet ja schon eine Vorsortierung statt. Ich bin schon bei dir, dass der Kontrolleffekt einer der wenigen Vorteile einer Wehrpflicht ist. Aber er ist verschwindend gering und definitiv kein vollständiger Lösungsansatz. Es braucht andere Mechanismen. Eigentlich gibt es ja genug Extremismusforscher, die bestimmt schlaue Tipps hätten, aber die fragt ja dann wieder niemand ¯\_(ツ)_/¯
Das ist so ziemlich der einzige Vorteil, aber Wehrdienstleistende werden auch vorsortiert und ich fürchte in der Summe führt das ehr dazu das viele naive junge Männer mit rechsradikalem Gedankengut indoktriniert werden.
Weil ausnahmsweise mal der absolute Extremfall verfolgt wird soll das jetzt bedeuten, dass die "Selbstreinigungskräfte" bei der BW funktionieren? Bitte was? Die BW hat ein Neonazi Problem und dass es hier mal Konsequenzen gibt ist eine Seltenheit. Der Großteil all der Faschos in der BW wird niemals irgendwelche Konsequenzen sehen. Das is genau wie wenn die Polizei mal wieder einen "bedauerlichen Einzelfall" findet...