48
submitted 20 hours ago by SapphireSphinx@feddit.org to c/dach@feddit.org
you are viewing a single comment's thread
view the rest of the comments
[-] SapphireSphinx@feddit.org 50 points 19 hours ago* (last edited 19 hours ago)

Er ist wirklich ein Mann von Vorgestern. Das hatten wir so ähnlich doch alles schon. Z.B. in der DDR:

Schämt ihr euch auch so, wie ich mich schäme? Da werdet ihr sehr viel und sehr gut mauern und künftig sehr klug handeln müssen, ehe euch diese Schmach vergessen wird. [...] Zerstörte Häuser reparieren, das ist leicht. Zerstörtes Vertrauen wieder aufrichten ist sehr, sehr schwer.
- Kurt Barthek in Neuen Deutschland nach dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953

Dazu hat dann ein bekannter Deutscher auch etwas geschrieben:

Nach dem Aufstand des 17. Juni Ließ der Sekretär des Schriftstellerverbands In der Stalinallee Flugblätter verteilen auf denen zu lesen war, daß das Volk das Vertrauen der Regierung verscherzt habe und es nur durch verdoppelte Arbeit zurückerobern könne. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?
- Bertolt Brecht

Ich persönlich schließe mich da ja Bertolt Brecht an.

Im übrigen: Wann schnallt Minderleister Merz eigentlich mal den eigenen privatfliegenden Gürtel enger und ich meine jetzt nicht nur einen Verzicht auf die nächste Diätenerhöhung? Auch Wolfram Weimer, Jens Spahn und Katherina Reiche wirken auf mich finanziell recht fett gefressen. Da gibt es sicher noch was zu holen. Das wäre doch mal eine "Reform".

[-] brainwashed@feddit.org 6 points 19 hours ago* (last edited 19 hours ago)

Bei aller Liebe, einen gewaltsam niedergeschlagenen Volksaufstand in einem Unrechtsstaat, der auf seine Bürger schießt mit der Forderung nach ein paar Überstunden gleichzusetzen, ist vielleicht ein wenig daneben gegriffen.

[-] Black616Angel@discuss.tchncs.de 2 points 6 hours ago

Wenn es nur Forderungen nach Überstunden in Zeiten der Krise wären, hättest du völlig recht.

Aber die Zukunft Jahrzehnte lang aktiv zu sabotieren, den Sozialstaat abzubauen, den Armen das Geld aus der Tasche zu ziehen und den Reichen zuzuschustern selbst (eigene Partei) Milliarden zu verschwenden und dann von "Gürtel enger schnallen" zu reden, aktiv Nazis zu unterstützen und und und

All das ändert halt deine Gleichung schon.

[-] SapphireSphinx@feddit.org 32 points 19 hours ago* (last edited 19 hours ago)

Die Verachtung die dahinter steht ist sehr ähnlich. Es geht auch nicht um den Volksaufstand an sich. Es geht um die Mehrarbeit um das angebliche Vertrauen nicht zu verspielen. Es ist einfach die gleiche Denke mit anderem Anlass.

[-] plyth@feddit.org 3 points 19 hours ago

Ich persönlich schließe mich da ja Bertolt Brecht an.

Die Regierung auch. Die pluralistische Gesellschaft kommt nicht aus Menschenliebe der Politiker sondern weil es keine Vereinigungen mehr geben wird, die einen Widerstand gegen die volle kapitalistische Ausbeutung organisieren können.

[-] poVoq@slrpnk.net 5 points 18 hours ago

Du hattest also lieber einen schön einheitlichen, wohlmöglich rassereinen, Volkskörper damit es einfacher ist den Wiederstand gegen die ausbeuterischen Kapitalisten (alles Juden natürlich) zu organisieren?

[-] plyth@feddit.org 3 points 15 hours ago

Rasserein bringt gar nichts, wie man an Jugoslavien sehen konnte. Es finden sich immer Gründe, weitere Aufteilungen durchzusetzen und Kriege anzufangen.

Einheitlich hilft, aber die pluralistische Gesellschaft ist ja gewollt, weil persönliche Freiheit eine sehr große Lebensqualität ist.

Bürger einer pluralistischen Gesellschaft müssen aber bewusst etwas Gemeinsames aufbauen, damit sie nicht gegeneinander ausgespielt werden. Die Menschen an den Machtpositionen werden es nicht für sie übernehmen.

[-] poVoq@slrpnk.net 2 points 12 hours ago* (last edited 12 hours ago)

Mein (sarkastischer) Kommentar wollte eigentlich auf etwas anderes hinaus. Das Problem ist nicht die pluralistische Gesellschaft und der Mangel der derzeitigen Eliten dieses zu überbrücken, sondern genau das Gegenteil, d.h. die aktive Ausnutzung von (im Endeffekt völlig banalen und ausgedachten) Unterschieden nach dem Motto Teile und Herrsche. Egal wie einheitlich eine Gesellschaft (oder Klasse) ist, wenn man will findet man immer etwas um zu spalten, und der Gedanke das man überhaupt etwas einheitlich haben will ist bereits so ein spaltender Gedanke der es einfach macht den Hebel anzusetzen.

[-] plyth@feddit.org 1 points 7 hours ago

aktive Ausnutzung von ... Teile und Herrsche

Genau. Und wie bekommt man es in einer pluralistischen Gesellschaft hin, das zu vermeiden?

[-] poVoq@slrpnk.net 1 points 1 hour ago

In traditionellen Einwanderungsländern klappt das oft recht gut.

this post was submitted on 22 May 2026
48 points (100.0% liked)

DACH - Deutschsprachige Community für Deutschland, Österreich, Schweiz

5252 readers
549 users here now

Das Sammelbecken auf feddit.org für alle Deutschsprechenden aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg und die zwei Belgier. Außerdem natürlich alle anderen deutschprechenden Länderteile der Welt.

Für länderspezifische Themen könnt ihr euch in folgenden Communities austauschen:

___

Zusätzliche Regeln aus „Lessons learned":

___

Einsteigertipps für Neue gibt es hier.
___

Eine ausführliche Sidebar mit den Serverregeln usw. findet ihr auf der Startseite von feddit.org

___

founded 2 years ago
MODERATORS