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Besoldung: 60 000 Euro mehr für den Kanzler? Dobrindt korrigiert Gehaltssprung
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Da möchte ich gleich mal aufspringen:
Es grassiert der Mythos von Merz toller Wirtschaftskompetenz, weil er "früher mal in der Wirtschaft gearbeitet hat". Da ist allerdings wenig Wahres dran.
Merz war (und ist) kein Entscheider sondern ein Lobbyist, ein zum gewissenlosen Interessenvertreter herangezogener Elitist der nicht für, sondern gegen den Staat arbeitet.
Interessant ist auch was sein offizieller Lebenslauf alles weg lässt.
Lasst mich euch eine kleine Geschichte erzählen:
Friedrich Merz ist schon als Schüler in die Junge Union eingetreten und hat da aufgrund seines Elternhauses schnell seinen Weg nach oben begonnen. Deshalb hat ihm auch die parteinahe Konrad-Adenauer-Stiftung das Studium finanziert. Merz ist ein Parteipflänzchen, politisch herangezogen, kein Self-Made-Man.
Dabei hat er sich im Studium schon gut vernetzt: Mitglied der katholischen Studentenverbindung KDStV Bavaria Bonn und im Rotary Club Arnsberg, beides Vehikel zur Vernetzung und Bildung von Seilschaften, die bestimmte politische Gesinnung mit guten Zukunftsaussichten belohnen.
1985 hat er die zweite juristische Staatsprüfung gemacht und war danach ca. ein Jahr Amtsrichter (auf Probe, etwas das der Lebenslauf verschweigt) in Saarbrücken.
Mit 31 Jahren wird er von 1986 bis 1989 Syndikus der ~~IG Farben~~, sorry, des Verband der Chemischen Industrie e.V., das sind drei Jahre Berufserfahrung als Lobbyanwalt für die Industrie, allen voran BASF.
Mit 34 wird er 1989 in der Politik aktiver, erst Europaparlament dann Bundestag. Dank seiner guten Vernetzung mach Merz hier schnell Karriere.
Elf Jahre nach dem Ende seines Studiums, 1996, mit 41 wird er dann Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Finanzausschuss. Und ab jetzt hat Fritze Einfluss den es sich lohnt zu lenken. Gute Freunde aus alten Seilschaften unterstützen seinen Wahlkampf politisch und vor allem monetär.
Ab 1998 wird er stellvertretender Vorsitzender der Bundestagsfraktion.
Ab 1999 Mitglied der CDU-nahen Lobbyorganisation Wirtschaftsrat der CDU, diese wird nach den Seilschaften ein weiterer Grundstein seines Einflusses in der CDU.
Ab 2000 Fraktionsvorsitzender, damit Oppositionsführer. Aber 2002 beansprucht Angela Merkel diese Rolle für sich, er wird wieder Stellvertreter.
2002 - 2004 Stellvertreter sein heißt er hat wieder Zeit als Lobbyanwalt zu arbeiten. 5 Jahre Berufserfahrung darin jetzt insgesamt, aber vor allem: Hass auf Merkel und wichtige Kontakte in die Politik und in die Wirtschaft.
2004 tritt er vom Amt als Stellvertreter zurück, der Machtkampf gegen Merkel ist verloren. Merz beginnt seine vorhandene Machtbasis zu nutzen um alte und neue Freunde zusamnen zu bringen und von sich zu überzeugen. Am erfolgreichsten war er als Lobbyanwalt, da knüpft er wieder an.
2005 bringt Großes für Merz er wird 50 und gute Freunde und Bekannte schenken ihm so einiges.
Er wird in den Andenpakt der CDU aufgenommen, dort teilt man seine Ablehnung von Merkel.
Er wird Gründungsmitglied des Fördervereins der Lobbyorganisation Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (die sich weitestgehend mit der Abschaffung der sozialen Marktwirtschaft befasst) und setzt damit ein wichtiges Signal an seine Geldgeber.
Er wird Partner der Rechtsanwaltskanzlei Mayer Brown, bekannt als eine der schärfsten Lobbyorganisationen Europas. Man vertritt u.A. BASF für die Merz ja schon beim Verband der Chemischen Industrie e.V. tätig war.
Auch die alten Freunde aus der KDStV Bavaria Bonn und des Rotary Club sind wieder nützlich, durch seine Opposition zu (für CDU-Verhältnisse recht zahmen) Merkel und seine bewiesene Loyalität zum Geld der Großkonzerne finden sich gut bezahlte und wenig zeitaufwendige Pöstchen in Aufsichts- und Verwaltungsräten von AXA Konzern AG, DBV-Winterthur Holding AG, Deutsche Börse AG, IVG Immobilien AG, WEPA Industrieholding, Stadler Rail AG und HSBC Trinkaus & Burkhardt AG - und hoppala bei BASF Antwerpen.
Schließlich übernimmt er gar den Aufsichtsratsvorsitz von BlackRock Asset Management Deutschland. Blackrock ist der welt größte Vermögensverwalter und eine der erfolgreichsten Initiativen der Umverteilung von unten nach oben.
Bei Blackrock hatte "Wir müssen alle mehr arbeiten"-Fritze btw. eine gemütliche Zwei-Tage-Woche und ist dafür sechsstellig bezahlt worden.
Dabei bringt Merz auch seine Freunde in Posten und Positionen, sowohl in der Wirtschaft, als auch in der Politik. Die Großkonzerne und Finanzelite weiß jetzt dass Merz und seine Freunde ihre Interessen rigoros und ohne Gewissensbisse vertreten. Michael Eilfort, Barbara Götze und Bernd Raffelhüschen sind Namen die man googeln sollte.
Von 2005 bis 2020 ist Friedrich Merz einer der Top Lobbyisten in ganz Europa und es formieren sich mächtige Unterstützer. Roland Koch, Martin Herrenknech, Wolfgang Grupp und Stefan Wolf sind wohl die Treuesten. Jens Spahn ein Zögling.
Wie es weiterging ist bekannt, selbst manche alten CDU Konservative haben grade das Gefühl des Ausverkaufs der Partei. Bisher ging die Drehtür von der Politik in die Wirtschaft meistens nur in eine Richtung. Mit Merz ist jetzt aber ein Mann der Jahrzehntelang für die Wirtschaft gegen den Sozialstaat arbeitete an die Spitze der Regierung gelangt.
Macht sinn, das er mit INSM zu tun hat... Aber gott, der typ ist noch abartiger als ich dachte
Titelvorschlag für diese Biographie: Friedrich Merz - Ein Leben für die Korruption