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submitted 3 days ago* (last edited 3 days ago) by PlexSheep@infosec.pub to c/dielinke@feddit.org

Hallo liebes Fediverse.

Ich bin ein junger Mann der sich zunehmend politisiert und starke Sympathie zur Partei DIE LINKE hat. Wenn da nicht ein bestimmtes Thema wäre, dann wäre ich schon vor Monaten Partei Mitglied geworden, habe auch schon zwei Parteispenden gemacht, weil mir soziale und solidarische Politik wichtig ist.

Doch beim Thema Ukraine kann ich mich immernoch nicht mit der Position der Linken, die Waffenlieferungen an die Ukraine leider komplett ablehnt, anfreunden. Ich weiß, dass dir Linke viele sinnvolle Maßnabmen fordert um die russische Agression zu stoppen, wie zum Beispiel die Enteignung von Oligarchen und die konsequente Durchsetzung von Sanktionen, aber am Ende ist dort nun Mal Krieg.

Krieg ist schrecklich, sollte es auf keinen Fall geben, aber es gibt ihn doch nunmal. Die ukrainische Bevölkerung und Armee wird seit Jahren täglich angegriffen, und selbst Kriegsverbrechen der russischen Seite sind alltäglich. Sicher haben auch die Ukrainer nicht in allen Aspekten ein reines Hemd, aber dennoch finde ich, dass dieses freie Land unbedingt alle Hilfe bekommen soll, die es benötigt.

Jeder Schuss Monition, jeder abgewehrte Angriff, ja leider sogar jeder getötete russische Soldat bedeuten im Zweifel, dass die Sicherheit und Freiheit der ukrainischen Bevölkerung gewährt wird.

Dieser Krieg muss so schnell wie möglich gestoppt werden, aber ich bin nicht der Meinung, dass das passieren kann, indem man auf Verhandlungen oder sonstige friedliche Mittel setzt. Wenn Putin wollte, könnte dieser Krieg sofort beendet sein, die Ukraine ist ja jederzeit bereit für einen Waffenstillstand. Und Putin interessiert nur seine Macht.

Wieso dann ist DIE LINKE, eine Partei die ansonsten wie keine andere für Solidarität und Antifaschismus steht, gegen die Lieferung von Waffen an die Ukraine?

Ich habe natürlich schon vom Pazifismus gelesen, finde aber dass das in diesem Konflikt wirklich weltfremd ist.

Ich würde mich über eine Diskussion freuen. Ich bin trotz diesem Punkt am überlegen Parteimitglied zu werden und würde mich deshalb auch allgemein für den Diskurs über dieses Thema in der Partei interessieren.

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[-] fuenfling@feddit.org 1 points 1 day ago* (last edited 1 day ago)

Falls Du mal was anderes als das übliche zu dem Thema lesen willst: https://www.nachdenkseiten.de/?gastautor=nel-bonilla

Oder diesen Artikel: Treiben westliche Siegesillusionen die Ukraine in einen Zusammenbruch? - nachdenkseiten

Viele kritische Akademiker und Analysten findest du bei Neutrality Studies, allerdings auf Englisch.

[-] smokeysnilas@feddit.org 13 points 3 days ago

Das Erbe der SED Altkader und Tankies ist wohl leider immernoch nicht überwunden. Wenn halt wirklich irgendwo mal ein existentieller antifaschistischer Kampf geführt wird kann man sich nicht einfach wegducken. Jedenfalls nicht wenn man sich die Linke nennt.

[-] flops@feddit.org 23 points 3 days ago

Sehe es sehr ähnlich wie du. Bin aber, da ich bei fast allen anderen Themen die Linken-Position sehr gut finde, seit Jahren Mitglied und versuche eben die Positionen zu beeinflussen, die ich nicht so gut finde. Am Ende gibt es eben keine Partei die mir (oder dir) zu 100% passt. Aber grade in der Linken gibts einen regen Diskurs zu vielen Themen und die Chance, die inhaltliche Ausrichtung mitzubestimmen.

[-] Senseless@feddit.org 10 points 3 days ago

Sehe ich ähnlich. Bin auch seit einigen Monaten Mitglied und der hier angesprochene Punkt ist das was mir absolut gar nicht gefällt. Aber ich bin auch der Ansicht, dass es keine Partei gibt, die zu 100% zu einem passt. Man kann durch seine Mitgliedschaft und indem man sich einbringt aber, so meine Hoffnung, ein wenig beeinflussen wie sich positioniert wird und vielleicht mal einen "Schubs" in die entsprechende Richtung geben.

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[-] saimen@feddit.org 12 points 3 days ago

Ich würde mal argumentieren, wenn man sich stark mit einer Partei identifiziert und nur ein konkreter Standpunkt einem missfällt, spricht das sogar eher noch mehr dafür der Partei beizutreten um aktiv diesen einen Punkt zu beeinflussen anstatt die Partei nur passiv zu wählen.

[-] dwt@feddit.org 22 points 3 days ago* (last edited 3 days ago)

Geht mir sehr ähnlich. Nach meinem Verständnis teilen viele der neu beigetretenen diese Position. Trotzdem hat sich in der Partei bisher noch relativ wenig sichtbares getan.

[-] RoflmasterBigPimp@feddit.org 12 points 3 days ago

Ist mir auch aufgefallen!

"Wir" (also Linken-Parteimitgliedern die Waffenlieferungen an die Ukraine sofort umsetzen wollen) müssten uns mal organisieren.

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[-] RmDebArc_5@feddit.org 13 points 3 days ago

Also wie ich das sehe sollte man seine Solidarität nicht dem Ukrainischen Staat sondern der Bevölkerung geben. Wenn Russland das Ukrainische Volk auslöschen wollen würde wäre die Verteidigung des Staates auch der Selbstverteidigung der Ukrainer gleichkommen. Das ist aber nicht der Fall, Russland führt einen ziemlich klassischen Erorberungskrieg. Hätte die Ukraine sofort bedingungslos kapituliert hätte dies vermutlich die meisten Ukrainer (und auch Russen gerettet). Die Ukrainische Bevölkerung ist zunehmend nicht bereit für ihren Staat zu sterben, weshalb Ukrainer massenhaft zwangsrekrutiert werden (sucht mal nach "busification"). Warum sollte man also den Staat unterstützten der seine eigene Völkerung massiv gegen ihren willen Verheitzt, und ihm damit ermöglichen dies noch länger zu tun?

[-] Senseless@feddit.org 10 points 3 days ago

Ich finde das zu kurz gedacht. Sicher, ist das ein vielschichtiges Problem und mir fehlt im Moment auch die Zeit die nötig wäre um auf alle, mir einfallenden Punkte, ausreichend einzugehen.

Kann schon nachvollziehen, dass man reichlich wenig Lust hat sich an die Front zu stellen und dem Risiko zu stellen, dort drauf zu gehen. Kann ebenso nachvollziehen, dass die gesamte Bevölkerung inzwischen ziemlich müde ist von einem viel zu lange andauernden Krieg.

Zwei Punkte die mir aber in der Betrachtung wirklich wichtig sind, sind:

  1. Was glaubt man denn, was die Auswirkungen davon sind, wenn Russland dann einfach das gesamte Land besetzen kann? Russland wird nicht einfach an den Grenzen der Ukraine Halt machen. Vielleicht eine Weile, aber nicht dauerhaft. Sie schielen ja jetzt bereits ins Baltikum und nach Moldau. Das wird auch weltweit Beachtung finden, da Xi, Trump und sicher auch andere jetzt schon ganz genau hinschauen wie auf Russlands Aggression reagiert wird. Mein Eindruck ist, dass die EU ohnehin schon als schwach wahrgenommen wird. Will man diesen Eindruck in der Welt wirklich noch verstärken? Ich halte das für sehr kurzsichtig.

  2. Widerstrebt es mir schlicht und einfach den Aggressor einfach mal "machen zu lassen". Das hat einfach was mit meinem Verständnis von Gerechtigkeit zu tun.

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[-] gajustempus@feddit.org 8 points 3 days ago

den Begriff "ethnische Säuberungen" wahrscheinlich noch nie in deinem Leben gehört, oder?

Es ist nämlich ein offenes Geheimnis, dass Russland sehr gerne jene, die nicht "auf Linie" sind, einfach mal kurzerhand verschwinden lässt. Sowas wie freie Meinung oder gar die freie Äußerung ebendieser gibt es in deren Verständnis nämlich nicht.

Wer meint, durch eine Kapitulation würde das Morden enden, der ist einfach nur hochgradig naiv.

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[-] SkibidiSigmaRizzler@feddit.org 13 points 3 days ago* (last edited 3 days ago)

Wäre das nicht gerade ein Grund in die Partei einzutreten und zu versuchen so diese Einstellung der Linken zu verändern?

[-] nibbler@discuss.tchncs.de 6 points 3 days ago

Du findest die linken gut: tritt bei

Du findest sie schlecht: tritt unbedingt bei

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[-] MissyBee 4 points 3 days ago

Stehe links der PdL und kann dir das kleine Büchlein "innere Zeitenwende" von Ingar Solty empfehlen. Ist erschreckend traurig. Der Krieg gegen die Ukraine wird instrumentalisiert. Habe seitdem Büchlein meine Meinung auch geändert.

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this post was submitted on 17 Aug 2026
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